Schwindegg – Bei der Schwindegger Bürgerversammlung stellte zuerst Konrad Ess seinen neugegründeten Verein Malawi-Hilfe vor. Im Anschluss daran las Bürgermeister Dr. Karl Dürner die Wortmeldungen sowie die jeweiligen Stellungnahmen vor.
Die erste Anfrage stellte Rudolf Schmidhuber, sie betraf den Lärmschutz an der ABS 38: „In Dorfen werden seit Monaten intensive Gespräche bezüglich Lärmschutz und Streckenführung geführt. Schwindegg wird durch den Ausbau der Strecke ebenso vom Bahn-Lärm betroffen, aber aktuell bewegt sich nichts, oder?“ Er wollte wissen, was genau die Gemeinde unternehme, um ein einigermaßen ruhiges Leben in Schwindegg zu ermöglichen, selbst wenn Fernverkehrszüge mit bis zu 200 Stundenkilometern und Güterzügen mit bis zu 120 Stundenkilometern fast im Zehn-Minuten-Takt die Gemeinde passieren.
Die Stellungnahme von Bürgermeister Dr. Dürner: „In Dorfen ging es nicht primär um den Lärmschutz, sondern um vielfältige Änderungen an der vorliegenden Planung durch Verschiebung in den Hang. Als Antwort habe ich übrigens erst vor Kurzem bekommen: Es gibt keinen Anspruch auf dauerhaft ruhiges Leben!“
Die zweite Wortmeldung kam von Günther Weitzer: „Im Zuge des geplanten zweigleisigen Ausbaus der Bahnstrecke München-Mühldorf sind neben den erheblichen Problemen mit der A94 zusätzliche massive Lärmbelästigungen für die Gemeinde Schwindegg zu erwarten.“ Er befürchtet durch die geplante Schließung des Bahnübergangs am Holzwerk Obermeier aufgrund mangelnder Alternativen eine deutlichen Steigerung des Durchgangsverkehrs, darunter auch Schwerlastverkehrs, durch den Ortskern sowie einer Isolierung des östlichen Ortsteiles. „Dies wäre aus meiner Sicht eine fatale Entwicklung für die gesamte Gemeinde. Nach den schlechten Erfahrungen mit der A94 sollten hier im Vorfeld alle Möglichkeiten ausgeschöpft werden, um die gesundheitliche Belastung der Bürger so gering wie möglich zu halten.“
Dr. Dürner meinte dazu: „Die Umstände habe ich bereits ausgeführt. Als Bürger kann man im Verfahren – sobald das Planfeststellungsverfahren läuft – Anregungen und Einwände einbringen.“
Die dritte Wortmeldung wurde von Christine Weitzer eingereicht. Sie beklagte, dass bei Starkregen an der Hofmühle und im Sanatorium Augustinum der Keller überflutet werde. „Welche effektiven Gegenmaßnahmen wurden seitens der Gemeinde bisher dazu unternommen beziehungsweise welche konkreten Maßnahmen sind hier seitens der Gemeinde geplant?“ Dr. Dürner sagte dazu, dass im Hohlweg Hofmühle vorgesehen sei, den Wasserschwall, der bei Starkregen über die Straße talwärts schießt, frühzeitig und damit bereits im Hohlweg zu führen, indem neben dem Hohlweg ein Graben geschaffen wird. Der Vorteil bestehe darin, dass am Ende des Grabens das Wasser auch bei Starkregen seinen Weg über eine Verbreiterung des Grabens (Kiesfang) und einen neuen Kanaleinlauf in den bereits bestehenden Regenwasserkanal finden kann. Aktuell besteht nur eine Kastenrinne, die bei einem normalen Zulauf funktioniert, aber bei einem Starkregen schießt das Wasser darüber hinaus in die Straße. Die weitere Ableitung erfolgt über den bestehenden Regenwasserkanal zum Rimbach.
Manfred Kiefer berichtete von Erschütterungen in seiner Wohnung, wenn ein Güterzug vorbeifährt. „Wenn beim zweigleisigem Ausbau dann alle zehn Minuten Züge durchfahren, könnte es sein, dass die Häuser Schäden davontragen.“ Bürgermeister Dr. Dürner stellte fest, dass bei der Vorstellung des Planfeststellungsverfahren diese Einwände vorgebracht werden können.
Bernhard Folger wollte wissen, ob die Kanalisation im Gemeindegebiet auf ein Starkregenereignis vorbereitet sei. Die Antwort von Dr. Dürner: „Es ist ein Ingenieurbüro beauftragt, dies zu untersuchen, das Ergebnis wird veröffent- licht.“ Anton Friedrich