Mettenheim – Passend zum dritten Advent bescherten die Mettenheimer Bläser ein Programm, das dem Publikum in der voll besetzten Pfarrkirche St. Michael unter die Haut ging: Ein weihnachtlicher Klangzauber, dessen silbrig strahlende bis pompös anmutende Harmonien am Ende mit viel Applaus belohnt wurden.
Auch Aschenbrödel
im Programm
Schon mit der fünf-sätzigen Renaissance-Suite nach Tilman Susato entfaltete sich die Brillanz und Klarheit des sinfonischen Klangkörpers, für den der sakrale Raum der Mettenheimer „Engelskirche“ geradezu prädestiniert ist.
Ein idealer Raum für eine „musikalischen Andacht“, so Diakon Manfred Scharnagl – ein Ort der Ruhe, welcher im regen Treiben dieser Zeit immer nötiger werde. Anmutig und würdevoll dann das „Eventide Fall“ von Alfred Bösendorfer, dessen zarte Melodie sich wie ein friedlicher Schleier über die Zuhörer legte, ehe ein Arrangement von „Cinderella’s Dance“ aus dem Märchenfilm „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ für zusätzliche Weihnachtsatmosphäre sorgte. Mit Bearbeitungen weiterer Titelsongs wie „Gabriella’s Song“ aus „Wie im Himmel“ oder „I Will Follow Him“ aus dem Film „Sister Act“ gelang ein glänzender, musikalischer Sprung in die Gegenwart.
Dazwischen regte Manfred Scharnagl mit Erzählungen von Karl Heinrich Waggerl und Max Bollinger immer wieder zum Nachdenken an und trug so in besonderer Weise zur Besinnlichkeit bei.
„Hallelujah“ von Leonard Cohen, eine der populärsten Balladen, wurde in Mettenheim rein instrumental aufgeführt und bewies, dass auch die sinfonische Blasmusikversion tiefe Gefühle wecken kann. Das mit der nötigen Zurückhaltung gespielte, präzise einstudierte kleine Stück wirkte leicht und erhaben zugleich und bewegte das Publikum im wörtlichen Sinne.
Die Weihnachtsstimmung stieg mit jedem Stück, erst recht bei „Welcome Christmas“, einem fröhlichen, von schwungvollem Rhythmus geprägten Jubellied, das alle Herzen höherschlagen ließ.
Kurz vor Ende richtete Organisationsleiterin Anne Liebelt ihre Dankesworte an den Dirigenten Detlev Jakob, der das Orchester souverän und motiviert durch das Konzert führte, außerdem an Manfred Scharnagl, der das Gotteshaus für das Konzert zur Verfügung gestellt und es diesmal mit eigenen Beiträgen bereichert hat.
Zum Schluss noch
einmal „Hallelujah“
Still wurde es danach beim Schlussstück „The First Noel“, einem der ältesten, englischen Weihnachtslieder. Es gehört zu den leiseren, stimmungsvollsten „Christmas Carols“ und bildete an diesem adventlichen Abend den gebührenden, festlichen Ausklang. Stehende Ovationen mündeten in einer Wiederholung von Cohen’s „Hallelujah“ als Zugabe.