Spätestens im Jahr fünf nach der Gründung des Hochschulcampus Mühldorf ist klar, wie sinnvoll die Einrichtung war. Die bisherigen vier Angebote werden gut angenommen, für den heuer neu eingerichteten Studiengang Angewandte Psychologie gab es für die 95 Studienplätze neunmal so viele Bewerbungen. 519 junge Leute sind jetzt eingeschrieben. Das Zusammenspiel aus Regionalisierungsstrategie des Freistaats, Einsatz und Weitblick der heimischen Politiker und die Bereitschaft der Stadt Mühldorf, das finanzielle Risiko zu tragen, haben die Grundlage dafür geschaffen.
Dass sich der Freistaat gleichzeitig aus der Finanzierung verabschieden wollte, ist grotesk, denn die Finanzierung von Hochschulen ist seine Aufgabe, egal wo sie sind. Mit dem jetzigen Zuschuss für den Zweckverband Mühldorf-Waldkraiburg hat sich das Wissenschaftsministerium endlich eines Besseren besonnen. Eine Komplettfinanzierung ist das aber noch nicht, noch immer stehen die Kommunen in der Pflicht.
Deshalb muss der nächste Schritt folgen, und der Freistaat nicht nur die Professoren und Lernmittel bezahlen, sondern auch Gebäude, Strom, Miete. Erst dann ist das Hochschulangebot in der Region mehr als ein Zuckerl und kann als ernstgenommenes Bildungs- und Strukturangebot auf dem Land verstanden werden.