41 Meter sind bereits geschafft

von Redaktion

Probebohrung für den geplanten Tiefbrunnen – Vordringen bis in 99 Metern Tiefe

Töging – Zum Jahresabschluss besuchte der Stadtrat die Probebohrung für den geplanten Tiefbrunnen. Schon seit Jahrzehnten war ein Tiefbrunnen im Gespräch, mit Bürgermeister Tobias Windhorst (CSU) nahm die Überlegung konkrete Formen an. Nach einem langwierigen Genehmigungsverfahren wird nun gebohrt.

Dabei haben die Spezialisten mit ihrem Ramm- und Drehbohrgerät UH2 bereits eine Tiefe von 41 Metern erreicht. Äußerst behutsam müssen die Fachleute vorgehen, um die Auflagen des Wasserwirtschaftsamtes Traunstein einzuhalten: Die verschiedenen Wasserreservoirs, die sich zwischen den abdichtenden Erdschichten über die Jahrtausende angesammelt haben, sollen sich auf keinen Fall miteinander vermischen.

Ältere Privatbohrungen bis in ähnliche Tiefen soll es zwar im Töginger Gemeindegebiet geben, wie Klaus Smettan vom beauftragten Ingenieurbüro in Taunstein weiß. Er nennt beispielsweise den Privatbrunnen des Weidinger Milchwerks, der von der jetzigen Bohrstelle aus gesehen genau auf der gegenüberliegenden Seite des Inns liegt.

„Früher wurde einfach gebohrt, bis Wasser aus dem Boden kam“, erklärt der Geologe. Für die jetzige Bohrung gibt es hingegen zahlreiche Auflagen der Behörde in Traunstein. Ebenso könne es durchaus sein, dass die bestehenden Brunnen zur Nachrüstung verpflichtet würden.

Wie Klaus Smettan den Stadträten erklärte, soll es jetzt vorerst einmal nur maximal 99 Meter tief gehen. „Dann muss man sehen, ob der artesische Druck und vor allem die Menge des Wassers schon reichen“, so der Geologe. Um das überprüfen zu können, haben die Spezialisten weit um das Bohrloch herum Messpegel in den Boden gebracht, die dann die Veränderungen der unterirdischen Wasserläufe registrieren.

Klaus Smettan rechnet damit, dass die aktuelle Deckschicht aus „vermergeltem Flinz“(ein Bestandteil unter anderem von Zement, Anm. der Redaktion) bei etwa 60 Metern endet und man dann zum ersten Mal „auf historisches Wasser trifft“, so der Fachmann. Möglicherweise müsste dann, in Absprache mit dem Wasserwirtschaftsamt, noch tiefer gegangen werden, um auch das begehrte tertiäre Wasser zu erhalten. „Maximal 210 Meter wurden genehmigt“, erklärt Bürgermeister Tobias Windhorst. Mit den Pumpversuchen und Wasserstests wird voraussichtlich im Februar begonnen.

Zwar sei das Töginger Wasser grundsätzlich sehr gut, wie Wassermeister Christian Kammerbauer von der Stadtverwaltung sagt. Allerdings habe es vor einigen Jahren schon einmal eine Verkeimung gegeben, und „vom Mühldorfer Gewerbegebiet her drückt es rein“, sagt der Wassermeister.

Immerhin liegt schon jetzt der Einzugsbereich des aktuellen Töginger Wasserschutzgebietes großteils unter den neuen Gewerbegebieten der Nachbarstadt in Richtung Autobahn. Dabei wird hier praktisch ausschließlich sogenanntes Oberflächenwasser gesammelt, das bis aus Tiefen von 19 Metern kommt und auch Verunreinigungen aus der Landwirtschaft enthalten kann.

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