Neumarkt-St.Veit –„So gut wie schon lange nicht mehr“, das war die Meinung vieler Besucher der Wadlbeißerauftritte im Gasthaus Maier in Roßbach. Und die gespannt-fröhliche Stimmung im vollbesetzten Saal war tatsächlich ein Beweis dafür.
Präsident Hanjo Hellfeuer bot ein Team mit 20 Darstellern und Helfern, die alle textlich, schauspielerisch, technisch und organisatorisch voll einsetzbar waren. Den Großteil des Programmes bestritten Dieter Grubers „Schlawiner“, die in insgesamt 22 von ihm umgedichteten Liedern alles Relevante besangen, was die Neumarkter im Wahljahr interessiert.
Ideenreich und unterhaltsam waren die drei „Wienerle“, die als Würstchen in Karls Metzgerei als weibliches Pendant zu den dominanten Schlawinern antraten. An die Turmgespräche früherer Wadlbeißerprogramme erinnerten die Bettgeschichten. Hier wurden die Finger deutlich in „Promi-Wunden“ gelegt. Eine kabarettistische Meisterleistung war der Auftritt des „Kasperltheaters“. Die lebenden Marionetten verdeutlichten Stadtratskontroversen humorvoll und gestenreich.
Die hellsehenden und sich bewerbenden Damen um den unverheirateten Bürgermeisterkandidaten Kulhanek, lösten ebenfalls viel Gelächter im Saal aus. Den singenden Stadtplatzpflastern ging es um die zu erwartende farbliche Eintönigkeit des neuen Stadtplatzes. Zwischendurch brachte das Wadlbeißer-Urgestein Dieter Gruber zusätzlich in vier Solovorstellungen das Publikum zum Lachen, das das fast vierstündige Programm mit großem Applaus bedachte.
Geschichten und Geschichtchen rund um Neumarkt
Die besten Sprüche der Wadlbeißer:
„Wenn unser Pfarrer Eisenmann nicht bald neue Ministranten kriegt, dann wird der Kitschke Werner sein letzter Ministrant sein.“
„Der Bürgermeister schreibt immer im Gemeindeblatt Geschichten und will sagen, seid gut zu einander und liebt Euch. Dabei ist er gut zu sich und lobt sich im Gemeindeblatt.“
„Im Buch 100 Sachen, die man in Neumarkt nicht gesehen haben muss, steht auch, was ma in Neumarkt ned doa derf: auf koan Foi an Lauftreff am Rottweg überhoin.“
„In diesem Buch steht auch „hundert Gründe, warum Neumarkts Pfarrer immer zu spät kommt.“
„Wia des Architektenbüro für den Kindergarten im Gewerbegebiet den Namen „Kinderkiste Kubukus 4K“ vorgschlagn had, da hams vorher wohl vier Kasten Bier gsuffa!“
„Wos i deng, interessiert doch in der Gemeinde ned. Außer den untern Apotheker, den interessieren meine Anliegen. Der hod an 24-Stunden-Service eigricht. Medikamente und Unterschriftenlisten rund um die Uhr.“
„Nach der Wahl gibt es beim Windhager koa Schwarzwählertorte mehr zum Sonderpreis für eine Wählerstimme für deren Bürgermeisterkandidaten. Und dann hängt die UWG ihre Weihnachtsdekoration ob.“
„Der untere Brunnen wird versetzt. Da helfen sogar die Zeugen Jehova. Der wird zu einem Leuchtturm umgebaut.“
„Die drei (weiblichen) Wienerle singen gegen die Schlawiner: Manna ham an Zipfe doch a Wurst hod zwei.“
„Die Bäume im Stadtplatz in Erdballen auf a Wagerl stellen, dann kann man die jederzeit hinstellen, wo man mag.“
Moderatorin zu Michael Kulhanek, der sich für eine der Frauen entscheiden soll:
„Du schaust jetzt genau so unentschlossen wie die Neumarkter Wähler.“
„Der Wahltag ist der 15. März. Das war bei den Römern `an den Iden` des März. Da wurde Cäsar ermordet. Von den Senatoren. Das wären heute die Stadträte…..“
„Pfarrer Roland Heimerl ist sehr bekannt und beliebt. Ob Landratskandidat Max Heimerl davon profitiert?“
nz