Gut verzahnte Mobilitätsstrategie

von Redaktion

Peter Corticelli (FDP)

Fangen wir beim Klimaschutz an. Ich bin davon überzeugt, dass Klimaschutz nicht nur notwendig ist, sondern auch davon, dass er machbar ist. Auch unsere Region ist mit chemischer Industrie und Anlagenbau vergleichsweise gut aufgestellt. Nur: wir dürfen diese Chancen nicht zerreden und durch einseitige Politik verbauen. Verbote sind Gift, ebenso einseitige Förderpolitik: wir werden auf dem Land auch noch in den nächsten 2 bis 30 Jahren Individualverkehr benötigen – und nicht jeder Verkehr lässt sich mit den teuren E-Autos bewältigen, die auch mit Strom versorgt werden müssen. Eine gut verzahnte Mobilitätsstrategie, die den Wandel auch für die Bürger verkraftbar gestaltet, erfordert mehr als Dieselverbot und zwei Buslinien mehr am Tag. Uns Deutschen kommt da oft unser Perfektionismus in die Quere: statt Dinge einfach mal auszuprobieren, machen wir eine Wissenschaft draus, sammeln Fördergelder ein, beauftragen zwei unabhängige Unternehmensberatungen mit einem Machbarkeitskonzept, einem Umsetzungskonzept und einem Vermarktungskonzept, stellen eine tolle Homepage online – und wundern uns, warum die Bürger das teure und zweifellos gut gemeinte Angebot nicht annehmen. Und hier spannt sich der Bogen zur „Öko-Modellregion Mühldorfer Land“. Bei dieser unzweifelhaft ehrenwerten Initiative gewinnt man als Bürger den Eindruck, dass hier zwar viel gearbeitet, aber wenig erreicht wurde.

Das ist schade, denn gerade Konzepte wie Subsidiarität, regionale Wirtschaftskreisläufe und Eigenverantwortung bringen meine liberale Seele zum Strahlen. Ein Teil des Problems könnte in der Beschränkung auf „Bio“ und „Öko“ liegen: regionale Wertschöpfung ist auch dann klimaschonend, wenn konventionelle Erzeuger ihre Produkte direkt vermarkten können.

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