Mühldorf – Im Haberkasten herrschte ein großes Aufkommen an blauen Uniformen – kein Wunder bei der Hauptversammlung der Mühldorfer Feuerwehr. Zu Gast waren auch die Feuerwehren aus Altmühldorf, Erharting, Mößling und Waldkraiburg sowie weitere Mitglieder der „Blaulichtfamilie“ mit den Vertretern von Polizei, Rotem Kreuz, Technischem Hilfswerk und der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG).
Der scheidende Kommandant Günther Starzengruber listete 172 Einsätze auf: 31 Brände, 96 technische Hilfeleistungen und 45 sonstige Einsätze waren zu bewältigen. 22 Menschen wurden von der Mühldorfer Wehr gerettet. Es mussten auch zwei Tote geborgen werden.
Starzengruber brach eine Lanze für das Ehrenamt, ihm zufolge oft belächelt und mit immer mehr Auflagen versehen, aber unverzichtbar. Er kritisierte „Gaffer“, die bei Unfällen die Arbeit der Rettungskräfte behindern und versuchen, mit Handys Fotos von Unfallopfern zu schießen.
Die Neuwahlen leitete Bürgermeisterin Marianne Zollner (SPD). Die Stimmberechtigten wählten Martin Strasser zu ihrem neuen Kommandanten und Heinrich Tratzl zu seinem Stellvertreter. Außerdem wurden folgende Ämter neu besetzt: Robert Niederschweiberer ist stellvertretender Vorsitzender, die Kasse verwaltet Tobias Wapler, und Felix Jahnel bekleidet das Amt des stellvertretenden Schriftführers. Als Aktivenvertreter fungieren weiterhin Christoph Härtel und Philipp Cziczek und als Kassenprüfer Josef Bichlmeier senior und Josef Huber.
Bewegtes Jahr
bei der Feuerwehr
In seinem Bericht verwies Vorsitzender Gerhard Deißenböck auf die stattliche Mitgliederzahl von 223, die sich in 56 aktive und vier passive Mitglieder, 13 Jugendliche, zwölf Ehren- und 138 Fördermitglieder aufteilt. Er berichtete über die zahlreichen Aktivitäten wie das 140-jährigen Gründungsfest mit Fahnenweihe in St. Erasmus. 125 Teilnehmer aus Firmen, Arztpraxen und öffentlichen Einrichtungen erhielten eine Brandschutzunterweisung.
Mit finanzieller Hilfe der Stadt Mühldorf schaffte die Feuerwehr zwei Strahlungsdetektoren im Gesamtwert von 5500 Euro an. Diese können Strahlung entdecken und unterscheiden, ob diese künstlich oder natürlich ist.
Scheidende Institutionen
Kassier Robert Niederschweiberer berichtete von Ausgaben von 18165 Euro, denen Einnahmen von 7039 Euro aus Mitgliedsbeiträgen und 16092 Euro aus Spenden gegenüberstehen. Drei Feste kosteten 8143 Euro, dabei erzielten die Veranstalter Einnahmen in Höhe von 13477 Euro. Insgesamt verzeichnet die Mühldorfer Feuerwehr 2019 ein Plus von 8532 Euro.
Landrat Georg Huber (CSU) würdigte die Leistungen der scheidenden „Institutionen“ Günther Starzen-gruber und Adolf Härtl, der bisherige stellvertretende Vorsitzende. Sie hätten Leistungen erbracht, die eine Kommune oder der Staat nicht stemmen könnten. Auch die Jugendarbeit, die Basis eines soliden Vereins, lobte der Landrat. Bei den Einsätzen der Rettungsdienste hinge das Leben oft am „Seidenen Faden“. Starke Nerven, großer Sachverstand und Standfestigkeit seien gefragt.
Die Bürgermeisterin ging auf den scheidenden Kommandanten ein. Günther Starzengruber habe bei der Feuerwehr alle Positionen durchlaufen. Mit 14 Jahren sei er beigetreten, vom Löschmeister habe er es bis zum Ersten Kommandanten gebracht. Vorbildlich sei seine Tätigkeit in der Ausbildung gewesen. Als Dank überreichte sie ihm eine Nachbildung des Mühldorfer Kurfürstentellers aus dem Silberschatz von Kurfürst Maximilian.