Erharting – Wenn jemand „Haare lassen muss“ vermutet man in der Regel ein negatives Ereignis. Ganz anders war dies wenige Tage nach dem Erhartinger Stephaniumritt, als sich einige Heilige und weitere bärtige Darsteller ihre „Manneszier“ von Friseurmeisterin Michaela Wagner in fröhlicher Runde im Gasthaus Pauli Wirt fachgerecht entfernen ließen. Bei dieser haarigen Aktion entstand die Idee, für einen sozialen Zweck zu sammeln. Im Nu waren 300 Euro zusammen. „Vereinsbader“ Leo Biermaier stockte diese Summe aus seinem „mobilen Geschäft“ um ebenfalls 300 Euro auf. Und nachdem Matthias Huber aus Schoßbach, der sich ebenfalls seines Bartes entledigen ließ, dies wahrgenommen hatte, rundete er den ansehnlichen Betrag auf 1000 Euro auf.
Im Rahmen des vom Brauchtumsverein organisierten Dankabends für den unfallfrei verlaufenen Stephaniumritt erfolgte die Übergabe dieser versilberten Bartspende. Dies geschah, wie es sich in Erharting gehört, durch die Umrittheiligen persönlich, bei denen die Bärte inzwischen schon wieder an Länge gewonnen haben. So betraten gemessenen Schrittes die Apostelfürsten Petrus und Paulus, St. Christophorus, der gestrenge Bauersmann, bei dem die heilige Notburga im Dienst stand, und ein Steiniger vom Motivwagen des heiligen Stephanus den Saal. Von der Kinderkrebshilfe war Elisabeth Schneider nach Erharting gekommen. Sie erläuterte die Arbeit zur psychosozialen Begleitung der an Krebs erkrankten Kinder.bil