Acht Wochen war das Café Windhager in Mühldorf wegen der Corona-Krise geschlossen, gestern hatte es zum ersten Mal wieder geöffnet. Und dann das: Gegen 8.45 Uhr krachte plötzlich ein silberfarbener Skoda durch die Fensterscheibe des beliebten Treffpunkts. Glücklicherweise befanden sich zu diesem Zeitpunkt nur zwei Gäste im hinteren Bereich des Cafés. „Wenn vorne an der Scheibe jemand gesessen hätte, nicht auszudenken, was da hätte passieren können“, sagt Christiane Hammermaier, Angestellte der Bäckerei. Sie zeigt auf einen Stuhl, der unter die Räder gekommen und nur noch Schrott ist. Auch den Heizkörper hatte das Auto gerammt, ein Heizungsbauer war aber schnell zur Stelle, um das austretende Wasser abzudrehen und so weiteren Schaden zu verhindern. Verletzt wurde niemand. Glück im Unglück: Normalerweise tummeln sich zahlreiche Schüler der Berufsschule und des Ruperti-Gymnasiums in dem Café – doch wegen der Corona-Krise laufen die Schulen noch im reduzierten Modus. Wie das Ganze passiert ist, konnte sich auch der Fahrer des Skoda nicht erklären. „Das ist die Millionenfrage“, sagte der 76-jährige Töginger, immer noch unter Schock, als eine Stunde nach dem Vorfall sein Wagen von einem Abschleppdienst weggebracht wird. Die Erleichterung, dass nicht mehr passiert ist, mischt sich bei Christiane Hammermaier mit Bedauern: „Wir hatten heute das Café wieder für die Gäste geöffnet. Auch ein Mittagessen hätten wir angeboten. Daraus wird nun nichts. Wir können unsere Gäste jetzt erst einmal an die Tische vor dem Café vertrösten oder das Essen zum Mitnehmen anbieten!“
Fotos rpivat/Enzinger