Mühldorf – Mit einem symbolischen Spatenstich hat die Stadt den Bau der sogenannten kleinen Ostumfahrung begonnen. Die Verlängerung der Bürgermeister-Boch-Straße in Mühldorf-Nord soll eine neue Verbindung vom Norden in die Stadt bieten und vor allem die Kreuzung an der Innkanalbrücke entlasten. Bis April 2021 wird sie nach Angaben von Bürgermeister Michael Hetzl fertig sein und Ersatz für den schmalen Hirschenweg bieten.
„Wir sind froh, dass wir mit der Verlängerung der Bürgermeister-Boch-Straße als erstes Teilstück der sogenannten Osttangente ein wichtiges Straßenprojekt in Angriff nehmen können“, betonte Hetzl. Zugleich machte er deutlich, dass der jetzige Bau nicht ausreiche. „Nur mit einer durchgängigen Osttangente von der ehemaligen B12 im Süden der Stadt bis zum Zubringer der Anschlussstelle A94 in Mühldorf Nord wird eine Reduzierung des Durchgangsverkehrs im Innenstadtbereich erreicht.“
Diese Ostumfahrung steht allerdings weiter in den Sternen. Das vermutlich 80 Millionen Euro teure Vorhaben findet bislang keinen Niederschlag in den Straßenbauplänen des Freistaats. Damit ist ein Bau vor 2030 definitiv ausgeschlossen.
Nach Hetzls Angaben läuft eine Bedarfsermittlung, im kommenden Jahr wird dann über die Aufnahme in das Straßenbauprogramm des Freistaats entschieden. Denn, das betont der Bürgermeister: „Die Stadt kann die Straße nicht finanzieren“. Schon eine Beteiligung von bis zu 20 Prozent sei ein ungeheurer Kraftakt. Die Ostumfahrung wird so teuer, weil sie Brücken über den Innkanal, den Inn und zwei Bahnlinien vorsieht.
Das jetzt begonnene Verbindungsstück ist 385 Meter lang und verbindet den Autobahnzubringer Bürgermeister-Hess-Straße mit der Innkanalbrücke bei Hölzling und der Töginger Straße. Die neue Straße wird 6,50 Meter breit und erhält einen einseitigen 3,50 Meter breiten Geh- und Radweg. Für die Bauarbeiten müssen eine Gas- und eine Wasserleitung verlegt werden. Die Kosten für den Bau bezifferte Hetzl auf 1,3 Millionen Euro, einen Teil fördert die Regierung von Oberbayern.
Auch der Bau ist technisch nicht unproblematisch, wie Stadtbaumeisterin Birgit Weichselgartner erklärt. Weil ein benachbartes Grundstück nicht zur Verfügung steht, müsse die Straße in einer relativ engen Kurve zur Brücke geführt werden. Der Bau einer Böschung sei aber aus Mangel an Grundstücken nicht möglich, sodass die Last mit einer Stützmauer abgetragen werden muss. „Das macht es technisch schwieriger und teurer“, sagte Weichselgartner.
Den Fertigstellungstermin April 2021 hält sie trotzdem für realistisch, der sei auch mit dem Verwaltungsgerichtshof vereinbart. Der hatte sich nach einer Anwohnerklage vor einigen Monaten mit dem Thema Verkehrsbelastung im Hirschenweg befasst.