Mühldorf – Die Planungen für eine Erweiterung der Walzmühle am Bahnhof können weitergehen. Der Stadtrat beschloss bei seiner jüngsten Sitzung mit 31:1 Stimmen, die Änderung des Bebauungsplans fortzusetzen. Die Firma Naturkornmühle will dort ein 25 Meter hohes Silo errichten, um künftig Betriebsabläufe zu verbessern und weite Transportfahrten zu vermeiden.
Der Lagerplatz auf dem Firmengelände reicht nicht mehr aus, neue Silos sind laut Primavera-Geschäftsführer Josef Gaigl dringend notwendig. Derzeit lagert der Betrieb Rohstoffe auch in Massing und Forsting, eine betrieblich und aus Umweltsicht unbefriedigende Lösung, weil sie viele Transportfahrten nach sich ziehe. „Das können wir uns wirtschaftlich und ökologisch nicht leisten“, sagte Gaigl, als er die Pläne vor einigen Monaten vorstellte.
Gaigl hofft, dass die Planungen jetzt endlich vorangehen: „Wir wollten schon lange was machen“, sagte er auf Nachfrage. Das gehe aber erst, wenn der Bebauungsplan fertig sei.
Nur Lager,
keine Produktion
Das Silo soll sich in Höhe und Aussehen an den bestehenden Betriebsgebäuden orientieren. Laut Gaigl werden es reine Lagerstätten sein, das heißt keine Produktion. Die geschieht weiterhin auf dem derzeitigen Werksgelände, die neuen Silos werden über eine geschlossene Transportbrücke hoch über der Straße be- und entladen.
Stadtbaumeisterin Birgit Weichselgartner appellierte eindringlich an die Stadträte, den nächsten Schritt der Genehmigung zu gehen: „Es geht um den Fortbestand der Mühle, um die Standortsicherung.“ Sie reagierte damit auf Kritik am Vorgehen durch die Grünen.
Stephan Schinko (Grüne) beklagte, dass es keine Vorberatung im Bauausschuss gegeben habe und den Fraktionen keine ausreichenden Informationen über das Bauvorhaben vorgelegen hätten. Die sind laut Schinko aber dringend notwendig, um den Bau des 25 Meter hohen Silos beurteilen zu können, das „den Nachbarn in der Schillerstraße vorgesetzt“ werde. Auch das dreistöckige Wohn-Gebäude zwischen Walzmühle und Bahn sei stark betroffen.
Die Grünen wollten den Bau nicht verhindern, betonte Schinko, eine Meinungsbildung sei aber durch das Vorgehen der Stadtverwaltung unmöglich gewesen, sagte Schinko. „Das macht es fast fahrlässig.“
Er forderte einen dreidimensionalen Plan, damit die Dimensionen des Baus deutlich und beurteilbar würden. „Wenn man über so stadtprägende Bauwerke abstimmt, hat es die Planung verdient, dass man sich ein genaues Bild machen kann.“
Stadtbaumeisterin Weichselgartner betonte, dass sich der alte Stadtrat und Bauausschuss bereits intensiv mit dem Bau befasst hätten. Sie sagte, dass es bisher keine Stellungnahmen aus der Öffentlichkeit oder von Nachbarn in dem Bereich gebe. Sie bedauerte, dass durch die Corona-Krise eine Vorberatung nicht möglich gewesen sei, verteidigte das Vorgehen der Stadt aber, um der Firma Planungssicherheit zu geben.
Planung soll
jetzt weitergehen
Die Planung geht jetzt erneut in eine öffentliche Auslegung. Danach befassen sich dann Stadtrat und Bauausschuss mit den Plänen und möglichen Einwänden dagegen, bevor sie der Stadtrat erneut diskutiert.