Baurecht aufrechterhalten

von Redaktion

Bürgermeister entlang der B299 wollen die B15neu nicht leichtfertig aufgeben

Neumarkt-St. Veit – Von Egglkofen bis Erharting schlängelt sich die B299 durch den Landkreis Mühldorf und tangiert dazwischen auch die Stadt Neumarkt-St. Veit sowie die Gemeinden Niedertaufkirchen, Niederbergkirchen und Erharting. Knapp 20 Kilometer sind das im nordöstlichen Teil des Landkreises, auf den die Verkehrsströme von Nord nach Süd und in die entgegengesetzte Richtung fließen.

Nachdem Schönbergs Bürgermeister und CSU-Kreisrat Alfred Lantenhammer die Bürgermeister der Gemeinde entlang der B299 über seinen Antrag zur B15neu informiert hatte, veranlasste Neumarkts Bürgermeister Erwin Baumgartner am Donnerstag ein Treffen mit den Amtskollegen aus diesen Gemeinden im Rathaus Schloss Adlstein. Es gibt offenbar Gesprächsbedarf.

Stopp der Planungen
nicht nachvollziehbar

„Das Ergebnis dieses Treffens war, dass wir das Vorgehen, mittels einer Resolution die weiteren Planungen einer B15neu zu stoppen, nicht nachvollziehen können“, teilt Erwin Baumgartner mit.

Die Forderung nach dem Bau von Umgehungsstraßen für die Ortschaften an der B299 seien zwar löblich, wie die Bürgermeister in einer gemeinsamen Erklärung kundtun. Doch sie seien eben nur eine Forderung, „die Aufgabe der raumgeordneten Trasse jedoch final“.

Auch die Gemeindechefin von Bodenkirchen, Monika Maier, kann ein Lied von Verkehrsbelastung singen: Zwei Monate wurde der Verkehr durch die Dörfer ihrer Gemeinde Bodenkirchen umgeleitet, weil an der B388 Sanierungsmaßnahmen angefallen waren. „Die Lebensqualität war stark eingeschränkt, man konnte sich wegen des Lärms nicht einmal in den Garten setzen.“

Die Bundesstraße sei zwar seit Mittwoch wieder freigegeben, doch die Belastung der B299, ob nun in Richtung Landshut oder A94, sei weiterhin enorm. „Dabei hat der Verkehr besonders in den vergangenen drei Jahren stark zugenommen. Am Kreisverkehr in Aich staut sich mittlerweile der Verkehr in beide Richtungen zurück.“ Was ihr in den vergangenen Monaten seit Öffnung der A94 aufgefallen sei und was ihr auch Bürgermeister anderer Kommunen bestätigt hätten: „Bevor die Verkehrsteilnehmer das Nadelöhr in Landshut auf sich nehmen, wählen sie jetzt die südliche Route zur A94, um nach München zu kommen. Die Verkehrsströme verlagern sich in Richtung Süden. Schon jetzt!“ Die Leidtragenden sind die Gemeinden entlang der B299, sagt Maier, „aber auch die Kommunen, auf deren Landstraßen auf dem Weg nach Mühldorf oder Ampfing ausgewichen wird“. Sie begrüßt Lantenhammers Initiative, weil sie findet, dass weiterhin alle Möglichkeiten und Varianten offenbleiben sollten, um eine Verkehrsentlastung herbeizuführen. Sie meint: „Jeder Landkreis muss seinen Teil dazu beitragen, dass es zu keinem Kollaps auf unseren Straßen kommt.“ Denn eines ist klar: „Wir sind eine stark wachsende Region, die auch Chancen für das Gewerbe anbietet. Umso wichtiger ist es, dass sich alle betroffenen Landräte zusammensetzen und im Dialog tragfähige Lösungen finden.“ Umfahrungen zählen offenbar nicht dazu: Übereinstimmend kamen die Bürgermeister im Neumarkter Rathaus nämlich zu dem Schluss, dass die Umgehungsstraßen von Aich, Egglkofen, Tegernbach, Feichten und Stetten beziehungsweise Rohrbach, Schoßbach und Ödmühle nicht nur zeit- und kostenaufwendig seien, sondern auch schwierig umzusetzen.

Matthias Huber, Bürgermeister in Erharting, sagt dazu: „Wo soll denn bitte eine Umfahrung von Egglkofen gebaut werden? Wie soll eine Umfahrung am Stettner Berg oder bei Erharting aussehen?“ Von den beengten Verhältnissen in Erharting ganz zu schweigen. Es würde nach Ansicht Hubers Jahre dauern, alleine für diese Umfahrungen Baurecht zu erhalten. Das existiert entlang der raumgeordneten Trasse einer B15neu bereits. „So etwas gebe ich doch nicht ohne Weiteres auf“, sagt Huber und argumentiert damit, dass der Bau einer schnurgeraden neun Kilometer langen Straße leichter umzusetzen sei als eine „stopselweise“ Entlastung entlang einer mehr als doppelt so langen Straße in Form von mehreren Umfahrungen.

Bürgermeister bittet
Landrat um Gespräch

Sebastian Winkler, Bürgermeister aus Niedertaufkirchen, sagt, dass sein Ortskern durch den Nord-Süd-Verkehr belastet werde. Dieser werde zwar auch durch den Bau einer B15neu nicht weniger. Doch auch er rechnet damit: „Der Ortsteil Stetten wird mehr belastet, wenn die alte Trasse beibehalten würde.“ Viel mehr sagt er dazu nicht, er müsse sich erst noch genauer mit dem Thema befassen.

In Absprache mit den B299-Bürgermeistern hat Baumgartner um einen Termin bei Landrat Maximilian Heimerl gebeten, entweder vor der Kreisausschusssitzung oder vor dem finalen Beschluss des Kreistags, „damit wir auch die Meinung und Gründe für die Resolution als betroffene Kommunen bekommen.“ Auch Zahlen werden angefordert: „Dabei wäre uns die Entwicklung des Verkehrs auf der B299 mit und ohne B15neu im Landkreis sehr, sehr wichtig.“

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