Eigenständig oder miteinander?

von Redaktion

Marktgemeinderat ringt um eine Lösung für einen neuen Bauhof

Buchbach – Intensiv hat sich der Marktgemeinderat mit dem Bauhof auseinandergesetzt. Dabei standen zwei Varianten zur Diskussion: einmal die Schaffung eines gemeinsamen Bauhofes mit der Nachbargemeinde Schwindegg und zum anderen eine eigenständige Lösung mit dem Bau eines neuen Bauhofes in Buchbach. Am Ende wurde als kleinster Nenner mit zwei Gegenstimmen (Thomas Einwang, Franz Eglsoer) die Gründung eines Arbeitskreises beschlossen. Moniert wurde, dass die Verwaltung keine vergleichbaren Zahlen für die beiden Varianten geliefert hat. Dabei geht es darum, die Kosten zu ermitteln, die auf die Gemeinde für den Bau eines Bauhofgebäudes, den Unterhalt, die entsprechenden Maschinen und Fahrzeuge sowie die Mitarbeiter zukommen.

Gemeinsam flexibler
und effizienter

Bürgermeister Thomas Einwang (Wahlvorschlag Ranoldsberg) macht kein Geheimnis daraus, dass er die Vorteile bei einer gemeinsamen Lösung sieht. Der gemeinsame Bauhof ist schlagkräftiger, das Personal kann flexibler und effizienter eingesetzt werden. Das Gleiche gilt für den Fahrzeug- und Maschinenpark. Nicht umsonst schließen sich Wirtschaftsbetriebe zu größeren Einheiten zusammen, so sein Argument.

Dem stehen die Zweifler gegenüber, die lieber den Bauhof vor der Türe haben, die Sorge haben, dass Buchbach möglicherweise bei einem gemeinsamen Bauhof, der nicht am Ort ist, benachteiligt werden könnte. Die Befürworter eines gemeinsamen Bauhofs sehen, dass die eigenständige Lösung am Ende die Marktgemeinde mehr kosten wird, die Zweifler halten einen Zweckverband, der für den gemeinsamen Bauhof gegründet werden muss, für aufgebläht. Der Buchbacher Bauhof ist alt und sanierungsbedürftig. In den vergangenen 30 Jahren seien nur noch Schönheitsreparaturen gemacht worden, sagte Bürgermeister Thomas Einwang bereits im vergangenen Jahr. Das heißt, es besteht Handlungsbedarf. Darin sind sich auch die Marktgemeinderäte einig. Vor einer vergleichbaren Situation steht Schwindegg. Da man mit der Nachbargemeinde bereits bei diversen Projekten im Rahmen einer interkommunalen Zusammenarbeit kooperiert, lag es nahe, die beiden Bauhöfe zu einem schlagkräftigen Bauhof für beide Gemeinden zusammenzufassen. Die Möglichkeiten wurden ausgelotet und auch die Gemeinde Schwindegg signalisierte Bereitschaft. Der Schwindegger Gemeinderat stimmte bereits zu, auf der Basis der von der Bayerischen Akademie für Verwaltungsmanagement ausgearbeiteten Gesamtkonzeption eine Kooperation einzugehen.

Im Buchbacher Marktgemeinderat bestand allerdings noch einiger Redebedarf. Zwar stimmten die Gemeinderäte in der Sitzung vom August 2019 grundsätzlich einer gemeinsamen Lösung zu. Die Verwaltung wurde aber beauftragt, tragfähige und vor allem vergleichbare Zahlen zu erarbeiten. Mittlerweile hat aber offenbar bei Teilen des Marktgemeinderates ein Umdenken eingesetzt und Karl-Heinz Kammerer hat sich Gedanken zu einem eigenständigen Bauhof gemacht. Josef Genzinger (Umlandliste Buchbach) bemängelte, dass Kammerers Entwurf lediglich eine Abbildung des Ist-Zustands sei und Martin Fischer (CSU/FWB) ergänzte, dass auf alle Fälle eine Erweiterungsmöglichkeit bedacht werden muss.

Genzinger ergänzte, dass ihm bei Kammerers Entwurf das Visionäre fehle. Er bevorzugt eine Zusammenlegung, auch weil eine größere Firma attraktiver für Arbeitnehmer sei. Franz Stoiber, Leiter des technischen Bauamtes, monierte, dass technische Einrichtungen, wie zum Beispiel Ölabscheider, in der Berechnung von Kammerer nicht bedacht worden seien. Zudem zweifelte er die Zahlen an.

Salih Akyildiz (CSU/FWB) fragte nach, wie die Kosten wären, wenn ein eigenständiger Bauhof in der gleichen Machart gebaut wird, wie sie in Schwindegg geplant ist. Dazu meinte Karl-Heinz Kammerer, dass die Kosten dann bei rund 380000 Euro liegen würden.

Vergleichbare
Datenbasis fehlt

Manfred Kroha (CSU/FWB) und Franz Bauer (CSU/FWB) kritisierten, dass es die Verwaltung nicht geschafft hat, eine vergleichbare Datenbasis zur Verfügung zu stellen. Es seien zu viele unterschiedliche Zahlen im Umlauf und damit viele Fragezeichen. Deshalb forderte Bauer einen Arbeitskreis. Manfred Kroha ergänzte: „Der Bauhof ist eine Entscheidung von großer Tragweite. Da sollten wir noch einmal gründlich nacharbeiten.“ Am Ende verständigte man sich auf einen Arbeitskreis, der die Daten harmonisieren soll.

Konzept für eigenständigen Bauhof

Wenn wir so weitermachen, haben

wir in fünf Jahren immer noch nix.

Josef Genzinger, Umlandliste Buchbach

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