Engelsberg – Wie es Kindern in „Corona-Zeiten“ ergeht? Die Geschwister Scheitzeneder aus dem Engelsberger Ortsteil Fegl haben eine Menge zu erzählen. Zum Beispiel Benedikt, der älteste von ihnen. Bald kommt er in die vierte Klasse.
Neun Jahre ist er und hatte im Juli Erstkommunion. Das war diesmal etwas anders als sonst, weil „wir Kinder nicht zusammen in den ersten Bänken in der Kirche sitzen durften“. Das Fest sei zwar ganz gut gewesen. „Aber das Gruppenbild mit Maske fand ich blöd.“
Am meisten vermisste Benedikt das Fußballtraining, das jetzt zum Glück wieder durchgeführt werde.
„In der vielen Freizeit“, so erzählt der Bub, „haben wir eine Radlwallfahrt nach Altötting gemacht und sind auch öfter nach Engelsberg zum Babinger mit dem Radl gefahren, zum Eisessen.“ Einmal seien sie sogar komplett um den Waginger See herumgeradelt. „Das war super.“ Und geht auch in Corona-Zeiten.
Seine Freunde sind ihm abgegangen. Und auch das Lernen im „Homeschooling“ fand er besonders schwierig, „weil es einem nicht so gut erklärt wurde, wie in der Schule“. Auf die richtige Schule freut er sich schon jetzt wieder.
Seine Schwester Susanne, sie ist sieben Jahre alt und kommt in die zweite Klasse, fand das Maskentragen im Schulbus „echt anstrengend. Das war so heiß drunter“. Auch sie hat die Schule und ihre Freunde vermisst, aber sie hat viel draußen gespielt. Susanne hatte in „Corona-Hochzeit“ Geburtstag. Da sind dann nicht viele Freunde gekommen, und die Omas und Opas mussten weit auseinander sitzen und an verschiedenen Tischen. „Aber es war ja schönes Wetter an diesem Tag, dann ist das schon gegangen.“ In den Pfingstferien war die Familie mit dem Wohnwagen unterwegs, am Brombachsee. „Da sind wir viel mit dem Radl gefahren.“
Der kleine Jakob (4) ist noch ein Kindergartenkind. Er musste nichts lernen. Er hat mit Oma und Opa geskypt, weil er sie eine Zeit lang nicht sehen durfte.
Mama Sabine Scheitzeneder sagt, dass die drei Geschwister in der Corona-Zeit total zusammengewachsen seien, was sie sehr positiv findet. Außerdem haben sie die Natur erkundet und viel entdeckt, was sie sonst nicht gesehen hätten.
Mit der Schule und den Lehrern, die sehr engagiert waren, habe alles recht gut geklappt, sagt die Mutter. Sie ist der Meinung, dass ihre Kinder alles Nötige gelernt hätten und mit dem Lernstoff durchgekommen seien.gg