Stadt öffnet Hallen für Vereinssport

von Redaktion

Training und Spiele laut VfL-Geschäftsführer auch unter Corona-Auflagen machbar

Waldkraiburg – Viele Vereine haben schon schwarz gesehen. Doch jetzt können die Sportler in Waldkraiburg aufatmen. Unter strengen Hygiene- und Schutzauflagen öffnet die Stadt Turn- und Sporthallen mit Beginn des neuen Schuljahres wieder für den Vereinssport.

„Können die Handballer den Trainings- und Spielbetrieb in der neuen Saison abschreiben?“ Diese Frage warf etwa Stadtrat Norbert Fischer (CSU) schon im Sommer bei einer Debatte über die Sportstättennutzung auf. Damals war nicht in Sicht, dass die Hallen wieder für den Vereinssport geöffnet werden. Auch nach dem Lockdown blieb die Frage lange ungeklärt, ob die Lüftungssysteme in den Hallen die Hygiene- und Schutzauflagen erfüllen können.

Belüftungskonzept
ist angepasst worden

Das Thema ist geklärt. „Wir haben die Ent- und Belüftung von Umluft auf Frischluftzufuhr umgestellt“, sagt Fred Schelp auf Anfrage. In das Ressort des neuen Abteilungsleiters für Kultur- und Generationenangebote fallen die Bereiche Bildung und Sport. Wie er mitteilt, werden die Nutzungseinheiten auf 60 Minuten festgeschrieben, danach ist eine halbe Stunde Lüftungspause.

Die Vollreinigung der Anlagen übernimmt eine Fremdfirma jeden Morgen. Zwischen Schulsport, der ebenfalls unter Auflagen startet, und Vereinssport ist eine Zwischenreinigung vorgesehen. Während der Nutzung müssen die Vereine die Lüftungszeiten einhalten und weitere Zugangs- und Verhaltensregeln erfüllen. Dazu zählt, dass sie die Geräte nach jeder Einheit mit Desinfektionsmitteln, die die Stadt stellt, reinigen. Die Sportler können in der Halle weder duschen noch sich umkleiden. Sie müssen also verschwitzt heimfahren. „Wir können die Öffnung nur unter dieser Voraussetzung ermöglichen“, sagt Schelp. Alle städtischen Hallen stehen wieder zur Verfügung. Für jede Halle ist eine Personenzahl vorgegeben, die nicht überschritten werden darf.

Die Einschränkungen betreffen ebenso den Spielbetrieb. Auch die Gastmannschaften, die oft weite Wege haben, können nicht duschen. Nur Funktionspersonen, Trainer, Betreuer, dürfen sich neben den Sportlern in den Hallen aufhalten. „Zuschauer sind nicht zugelassen. Das können wir nicht kontrollieren“, erklärt Schelp. Die Stadt werde eine Fremdfirma mit stichprobenartigen Kontrollen beauftragen, ob die Sportler die Halle mit Masken betreten und alle Auflagen einhalten.

„Wir sind froh, dass die Hallen wieder aufgemacht werden“, sagt Hubert Kamrad, Geschäftsführer des VfL, der für die Stadt die Hallenbelegung organisiert und auch in Corona-Zeiten entsprechend gefordert ist.

Noch zeichne sich kein starker Mitgliederschwund ab, sagt Kamrad. Weil der VfL einen Jahresbeitrag erhebt, der im Januar und Februar eingezogen wird, wären die Folgen einer fortgesetzten Hallenschließung wohl erst zum neuen Jahr deutlich geworden.

Kamrad glaubt, dass die Vereine mit den Einschränkungen klarkommen werden. „Ich finde es zumutbar, so lange wir nicht auch noch den Boden wischen müssen. Auflagen zur Desinfektion in den Toiletten etwa, sollten unter Sportkameraden selbstverständlich sein.“ Auch das Fehlen von Duschen und Umkleiden sieht er nicht als unüberwindbares Hindernis an.

Er baut auf die Erfahrungen im Sommer, als neben den Fußballern und Leichtathleten auch Handballer, Basketballer und andere im Freien trainierten und keine Möglichkeiten zum Duschen oder Umziehen in den Hallen hatten. „Das hat geklappt und wurde angenommen.“

Im Herbst und Winter müsse man sich beim Heimfahren warm einpacken. „Viele Kinder und Jugendliche duschen nicht in der Halle, sondern daheim.“

Die Trainingszeiten werden sich allerdings in einigen Sparten verkürzen. Die Einheiten sind auf 60 Minuten beschränkt. Und manche Sportarten, wie zum Beispiel Handball oder Tischtennis, schaffen ihr Punktspiel nicht in 60 Minuten. Der VfL-Geschäftsführer ist überzeugt, dass sich in diesen Einzelfällen Lösungen finden werden.

Landkreishallen ab 21. September

Viele Kinder und Jugendliche duschen

nicht in der Halle, sondern daheim.

Hubert Kamrad, Geschäftsführer des VfL

Artikel 1 von 11