Waldkraiburg – Horst Preibisch radelt viel und gern. Trotz seiner 85 Jahre ist der Waldkraiburger, den viele auch als Aquarellmaler kennen, regelmäßig mit dem Fahrrad in der Stadt unterwegs. Preibisch freut sich deshalb über den Radlerboom. Doch eins wurmt ihn immer wieder: die fehlende oder schlechte Kennzeichnung der Radfahrstreifen an viel befahrenen Straßen, zum Beispiel im Industriegebiet oder an Ausfahrtsstraßen. „Das ist sehr gefährlich“, sagt er. Dabei gebe es doch ein gutes Beispiel in der Stadt.
Preibisch meint die Adlergebirgsstraße. Dort sei die Kennzeichnung sehr gut sichtbar. So wünscht er sich das auch auf der Teplitzer Straße oder der Daimlerstraße, am Grünen Weg in der Graslitzer- und Egerländer Straße, in der Traunreuter und Geretsrieder Straße und in Teilen der Berliner Straße, um die wichtigsten Bereiche zu nennen.
Fahrspuren für
die Teplitzer Straße?
Die Kennzeichnung des Radfahrstreifens auf der Adlergebirgsstraße oder auch des Fahrradschutzstreifens auf der Siemensstraße geht laut Gerhard Oswald von der Bauabteilung im Rathaus auf das Radverkehrskonzept zurück, das in den 1990er-Jahren im Zuge der kleinen Landesgartenschau „Natur in der Stadt“ entwickelt wurde. Diese Radstreifen setzen voraus, dass ein Halteverbot am Fahrbahnrand ausgesprochen wird. Der Radfahrstreifen in der Adlergebirgsstraße ist zudem als „Sonderweg für Radfahrer“ beschildert und deshalb benutzungspflichtig.
Für die Teplitzer Straße war die Ausweisung eines Radfahrstreifens laut Oswald im Gespräch, allerdings wurde dies von Polizei und Verkehrsbehörde wegen des abbiegenden und einbiegenden Verkehrs in und aus Betriebszufahrten und Betriebsparkplätzen als zu gefährlich erachtet. Die Situation ist in den anderen Straßen des Industriegebiets ähnlich.
Was die anderen genannten Straßen angeht, so wollte das Konzept aus den 1990er-Jahren den Radverkehr gerade nicht über die Hauptstraßen in die Stadtmitte führen, sondern über Parks und vor allem Siedlungsstraßen, die vielfach als Tempo-30-Zonen ausgewiesen sind. Dieses und viele andere Radverkehrsthemen sind Gegenstand einer neuen Radverkehrsplanung, die auf der Grundlage eines Verkehrsentwicklungsplans entstehen soll. Für diesen bereitet die Stadt derzeit die Ausschreibung vor.
Keine Chance
für Fußgängerüberweg
Ein weiteres Anliegen von Horst Preibisch betrifft die Fußgänger. Der 85-Jährige, der oft in Tirol mit dem Radl unterwegs ist, kennt und schätzt von dort die vielen Zebrastreifen, die das Überqueren der Straße erleichtern. Er wünscht sich Zebrastreifen unter anderem für die Kreuzungen an der Berliner-/Braunauer Straße, Berliner-/Ratiborer Straße und am Goetheplatz. Gerhard Oswald sieht für einen Zebrastreifen am Goetheplatz, wo es bereits einen gesicherten Übergang mit Druckknopfampel gibt, keine Notwendigkeit. Ähnlich schätzt er dies an der Kreuzung Berliner Straße/ Braunauer Straße ein, die im verkehrsberuhigten Geschäftsbereich liegt, wo für den Fahrzeugverkehr Tempo 30 vorgegeben ist und rechts vor links gilt. Die Überquerungsstellen seien durch Aufpflasterungen definiert. „Uns sind keine Unfälle bekannt. Aus unserer Sicht funktioniert das.“
An der Ecke Berliner-/Ratiborer Straße reichen laut Oswald die Zahlen, die für Fußgänger und Kfz-Fahrzeuge erhoben wurden, nicht aus, um einen Zebrastreifen zu rechtfertigen. Der Bedarf für eine Überquerungshilfe sei ohnehin an der Bayernbrücke wesentlich größer. „Und dort gibt es eine Druckknopfampel.“ hg