Neumarkt-St. Veit – Das hatten sich die Veranstalter wohl nur in ihren kühnsten Träumen ersehnt: Rund 30 Freunde des Volks- und Kunstliedes kamen am vergangenen Sonntag zum Schloss Adlstein.
Fünf Tage lang war für diese Zeit eigentlich Regen angesagt. In der Nacht davor und am Vormittag hatte es immer wieder mal geregnet. Schwarze Wolken zogen auch mittags drohend auf. Dennoch bereiteten sich Heinz Feichtner und Alexandra Aimer auf ihr angekündigtes „Volksliedersingen im Freien“ vor. Tatsächlich fanden sich knapp 30 Volkslieder-Fans ein, die bei gehörigem Abstand im Halbkreis saßen und Lieder aus dem roten Liederbuch des Volksarchivs für Volkstumspflege sangen. Im Fokus standen die beiden Geiger und begleiteten das eifrige Singen übers Wandern, von den freien Gedanken, von der Liebe und vom Abschied.
Können auf
den Instrumenten
Die Lieder sagte immer die Geigerin Alexandra Aimer an, während Heinz Feichtner auch zu einigen Themen anregende Worte einfügte. Dazwischen zeigten die beiden Musikanten in kurzen Vortragsstücken auch ihr Können auf den Instrumenten.
Es waren klassische Menuette, aber auch Landler und „Boarische“, die der pensionierte Lehrer selbst komponiert und gesetzt hatte. „Seit vielen Jahren leite ich das Volksliedersingen im Schulmuseum. Für das Frühjahrssingen hatte ich einen ,Neumarkter Landler in G‘ komponiert. Doch leider fiel diese Veranstaltung der Corona-Pandemie zum Opfer“, klagte er.
Dann verkündete er stolz: „Und somit kommen Sie heute in den Genuss einer Uraufführung meines Landlers.“ Die Hörer fanden Gefallen an der flott vorgetragenen Melodie.
Nach einer Dreiviertelstunde war die Singstunde im Freien beendet. Die Gäste stellten fest, dass das Wetter im Schlosspark auf Musikfreunde Rücksicht nimmt.
So wie bei Sepp Eibelsgrubers Freilichtkonzerten manchmal zuckende Blitze Unwetter anzeigen, der Regen aber erst nach dem Schlussakkord einsetzt, so wartete der Niederschlag auch diesmal gnädig auf das Ende der Singstunde, ehe er nieselnd begann. nz