Zwischen Normalität und Vorsicht

von Redaktion

Hauptsache wieder Regelunterricht in Zeiten von Corona

Lohkirchen – Dienstagmorgen, 7.30 Uhr. Hektisches Treiben herrscht im Nebel von Lohkirchen. Eltern suchen emsig nach Parklücken, um ihre Abc-Schützen rechtzeitig zur Grundschule zu bringen. Kein ungewöhnliches Bild nach den Sommerferien – und doch ist es kein Schulstart wie jeder andere. Corona beherrscht das Geschehen. Das Tragen einer Maske ist obligatorisch. Das Hygienekonzept sieht vor, dass nur jeweils ein Elternteil die Erstklässler in das Klassenzimmer begleiten darf. Mit Mundschutz versteht sich, der manchem Abc-Schützen die Brillengläser anlaufen lässt.

Gut geschlafen –
trotz der Aufregung

Einer davon ist Raphael Emberger. Der Sechsjährige sagt zwar, dass er ganz gut geschlafen hat, „aber aufgeregt bin ich natürlich schon etwas“. Er trägt einen Mund-Nasen-Schutz, auf den ein Lächeln aufgemalt ist, verbunden mit dem Wort „Servus“. Kein alltäglicher Schulstart, auch für Raphaels Mama Hedwig. Sie erkennt aber die Notwendigkeit der Infektionsschutzmaßnahmen an: „Ich bin da relativ relaxed. Es ist, wie es ist. Ich bin froh, dass die Kinder überhaupt wieder Regelunterricht haben“, sagt die Lohkirchenerin, die auch eine Tochter in der siebten Klasse hat.

„Wir wollen, dass der Schulbetrieb so normal wie möglich und so sicher wie nötig über die Bühne geht“, betont Uschi Härtter, Schulleiterin im Grundschulverband der Verwaltungsgemeinschaft Oberbergkirchen. Sie stellt sich hinter die Vorgabe der Staatsregierung zur Maskenpflicht in den ersten beiden Schulwochen, die der Eindämmung des Infektionsgeschehens dienen soll. „Dabei müssen unsere Grundschüler während des Unterrichts keine Maske tragen, sondern nur, wenn sie sich im Schulhaus bewegen“, fügt sie hinzu.

Die Spender zur Handdesinfektion, unmittelbar im Eingangsbereich der Schule, nehmen die Schüler gleich beim Betreten des Schulhauses diszipliniert in Anspruch. Mundschutz für die Lehrer ist obligatorisch, wobei die Lehrkräfte in Lohkirchen auf eine transparente Spuckschutz-Variante setzen, eine Art Visier. „Die Lehrer sind damit besser zu verstehen“, erklärt Härtter, der es auch wichtig ist, dass die Kinder Mimik und Gestik der Lehrer nachvollziehen können. „Das macht 80 Prozent der Kommunikation aus“, sagt sie.

Dass nur ein Elternteil die Schulanfänger in die Klassenzimmer begleiten dürfe, sei den räumlichen Gegebenheiten in Lohkirchen geschuldet. „Die Eltern haben hier großes Verständnis gezeigt, weil es schlichtweg nicht anders möglich ist.“ In der Grundschule in Oberbergkirchen könne man immerhin auf die Schulturnhalle ausweichen.

„Ich bin erleichtert, dass überhaupt wieder Regelunterricht stattfinden kann“, sagte gestern Morgen Lohkirchens Bürgermeister Siegfried Schick. Man habe die Situation so zu akzeptieren, wie sie gerade ist und müsse nun Sorge tragen, dass der Schulbesuch, wenn auch mit leichten Einschränkungen, durchgeführt werden könne. Dies könne nur bewerkstelligt werden, wenn sämtliche Schutzmaßnahmen konsequent eingehalten würden.

Wichtig ist, was
in der Schultüte ist

Raphael Emberger scheint mit seiner Maske kein Problem zu haben. „Des passt scho“, sagt er gelassen, als er das Schulhaus mit seiner Schultüte betritt. Die Gedanken darüber gehen unter in der Aufregung über diesen besonderen Tag in seinem Leben. Und an diesem ist der Fokus überhaupt auf etwas anderes gerichtet: auf den Inhalt der Schultüte. Was drin ist? „Süßigkeiten“, hofft Raphael, „und vielleicht eine Kappe von Engelbert Strauss.“

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