Grippeimpfung soll Kliniken entlasten

von Redaktion

Interview Dr. Benedikt Steingruber erklärt den Sinn der Grippeimpfung

Waldkraiburg – Um ein Signal für die Grippeimpfung zu setzen, haben sich Ministerpräsident Dr. Markus Söder und Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter gestern gemeinsam impfen lassen. Gerade in Corona-Zeiten sei die Impfung wichtig wie noch nie, begründeten sie ihren Schritt. Wir sprachen über die Grippeimpfung mit Dr. Benedikt Steingruber, Leiter des Gesundheitsamtes Mühldorf.

Welchen Sinn macht eine Grippeimpfung?

Influenza ist eine ernst zu nehmende Infektionskrankheit, die insbesondere bei Personen, die zu Risikogruppen gehören, einen schweren Verlauf nehmen und unter Umständen Todesfälle verursachen kann.

Die Grippeimpfung hilft, solche schweren Krankheitsverläufe zu verhindern und soll dadurch auch unsere Krankenhäuser entlasten. Die Krankenhausbetten, insbesondere die Intensivbetten, sollen für Covid-19-Kranke freigehalten werden.

Wann ist der richtige Zeitpunkt für die Impfung?

Die jährliche Influenzawelle hat Deutschland in den vergangenen Jahren meist ab Januar erreicht. Nach der Impfung dauert es etwa zwei Wochen, bis ein ausreichender Impfschutz aufgebaut ist. Deshalb wird zu einer rechtzeitigen Impfung ab Oktober oder November geraten.

Soll sich jeder impfen lassen? Welchen Personengruppen ist eine Grippeimpfung besonders anzuraten?

Die ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Influenza-Impfung für Personen ab 60 Jahre, für Schwangere ab dem 2. Trimenon (14. bis 26. Schwangerschaftswoche; Anm. d. Red.) bei chronischen Krankheiten, für alle Personen mit erhöhter Gesundheitsgefährdung infolge eines Grundleidens. Das sind zum Beispiel chronische Erkrankungen von Lunge, Herz oder Kreislauf, Leber- oder Nierenkrankheiten, Diabetes und einige Nervenleiden. Bei all diesen Personen besteht ein höheres Risiko für einen schweren Verlauf. Auch Personen mit erhöhter Gefährdung durch den Beruf, zum Beispiel medizinisches Personal, mit zahlreichen Publikumskontakten, ist eine Impfung anzuraten.

Wie viel Impfstoff gibt es? Für wie viele Patienten reicht er?

Die WHO und das Robert-Koch-Institut haben die Möglichkeit eines Engpasses für Influenza-Impfstoff angesprochen, vor allem, wenn sich alle Personen impfen lassen wollten. Es müssen Prioritäten gesetzt werden und demnach sollten zuerst das Pflegepersonal und ältere Menschen geimpft werden. Laut dem Vorsitzenden der STIKO, Thomas Mertens, stehen Impfstoffe für etwa 25 Millionen Menschen in Deutschland zur Verfügung, 40 Millionen würden zu den Gruppen gehören, für die eine Impfung empfohlen wurde. Interview Hans Grundner

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