Mühldorf – Nach den positiven Corona-Tests am Waldkraiburger Gymnasium gibt es nun weitere Fälle: Bei drei Schülern habe die freiwillig durchgeführte Reihentestung am Freitag ein positives Covid-19-Ergebnis ergeben. In der Folge befinden sich nun rund 160 Schüler in Quarantäne.
Bei zwei Lehrern des Gymnasiums wurde im Verlauf der vergangenen Woche das Coronavirus nachgewiesen. Es waren die ersten Fälle am Gymnasium überhaupt. Ein konsequent umgesetztes Hygienekonzept der Schule ermöglichte es zunächst, den Unterricht für die betroffenen Schüler fortzusetzen. Doch nun müssen vorerst, bis zum Ende der Herbstferien, rund 160 Schüler zu Hause bleiben: Nach einer freiwilligen Reihentestung am Gymnasium am Freitag sind drei weitere Corona-Fälle bekannt geworden. Positiv getestet wurden drei Schüler.
Großteil der Eltern
hat Verständnis
Zwei Klassen sind komplett in Quarantäne, vier Teilklassen sind ebenfalls von der Maßnahme betroffen. Zudem hatten 69 Schüler der Q12 Kontakt zu einem der Infizierten und müssen deshalb in Quarantäne. „Damit werden die ganze Q12 und die beiden betroffenen Klassen online beschult“, erklärt Schulleiter Helmut Wittmann. Bei den vier Teilklassen greife man auf eine „Hybrid-Lösung“ zurück, bei der die Schüler digital mit Unterrichtsmaterial versorgt werden. „Es gibt zwar ein Konzept für Live-Unterricht, aber die Entscheidung liegt beim jeweiligen Lehrer, das anzubieten“, erklärt Wittmann.
Am Sonntagnachmittag habe er von den positiven Testergebnissen erfahren und daraufhin in einem Brief alle Eltern darüber informiert. „Ein Großteil der Eltern hat Verständnis für die Maßnahme.“ In dem Elternbrief schreibt er davon, dass man von Schuldzuweisungen absehen sollte. „Es ist nicht klar, ob sich die Schüler in der Schule oder im privaten Bereich angesteckt haben“, sagt Wittmann. Mit den betroffenen Familien habe er selbst Kontakt aufgenommen. „Die Verläufe der Schüler sind zum Glück fast symptomfrei.“
Helmut Wittmann sprach nach Bekanntwerden der beiden Corona-Fälle unter Lehrern von einer Ausnahmesituation, die sich mit der Quarantäne für rund 160 Schülern nochmals verschärft habe. „Ich hatte gehofft, dass bei der Reihentestung kein weiterer Fall auftaucht. Aber die Wahrscheinlichkeit war groß, dass angesichts der vielen getesteten Schüler und Lehrer weitere Tests positiv ausfallen werden.“ Mit den steigenden Infektionszahlen sei niemand vor einer Ansteckung gefeit.
Positive Corona-Fälle an einer Schule und einem Kindergarten gibt es derweil auch in Mühldorf: Die Stadt Mühldorf wurde am Sonntag durch das Gesundheitsamt darüber informiert, dass ein Kind aus dem Städtischen Kindergarten IV – Tachinger-See-Straße – mit Corona infiziert ist. Das Gesundheitsamt hat die betroffene Gruppe und das entsprechende Personal umgehend in häusliche Quarantäne geschickt. Auch das Geschwisterkind, das die Grundschule Mühldorf-Altmühldorf besucht, wurde positiv auf Covid-19 getestet.
Die betroffene Grundschulklasse befindet sich ebenfalls in häuslicher Quarantäne. Wie Schulleiter Martin Wiedenmannott mitteilt, handelt es sich dabei um die dritte Klasse, die die Schule in der Konrad-Adenauer-Straße besucht. „Die Kinder sind zu Hause, es besteht Kontakt zur Lehrerin, sie werden entsprechend mit Lehrstoff versorgt“, so Wiedenmannott. Seinen Angaben zufolge gilt für die Schüler eine Quarantäne bis zum 6. November. Neben den Schülern sind es sieben Lehrer, die am Montag zu Hause blieben, die mutmaßlich Kontakt mit dem infizierten Schüler gehabt haben könnten. Laut Wiedenmannott eine reine Sicherheitsmaßnahme bis Klarheit darüber besteht, welcher Kontaktkategorie die Lehrer zuzuordnen sind.
Landrat Max Heimerl macht keinen Hehl daraus, dass er die Herbstferien herbeisehnt. Es sei aber unbedingt erforderlich, dass die Maskenpflicht diese Woche noch eingehalten wird. „Erstens, weil wir an drei Grundschulen Corona-Infektionen haben. Zweitens, weil wir dadurch hoffen, dass wir den Distanzunterricht noch längere Zeit verhindern können und drittens, weil wir aufgrund der Verordnung des Freistaates dazu verpflichtet sind und keine Möglichkeit für eine Ausnahme sehen.“ Nach den Ferien könne die Situation dann noch einmal neu bewertet werden. Wobei der Landrat keine große Zuversicht hat, dass sich die Infektions-Zahlen nach unten bewegen werden.