Mühldorf – In der Mühldorfer Altstadt soll es künftig zwei Möglichkeiten für Schnelltests geben. Neben der Stadtverwaltung will auch Apotheker Anton Locker Menschen testen. Ein Teil der Angebote ist kostenlos. Das gilt vor allem für die Tests, die die Stadt im Haberkasten anbieten will. Darüber hat Bürgermeister Michael Hetzl (UM) jetzt den Finanzausschuss der Stadt informiert. „Ziel ist es, mit aktuellen Tests den Zugang zu den Mühldorfer Geschäften zu ermöglichen“, so Hetzl. „In weiteren Schritten soll dies bei Gastronomie und Kultur erfolgen.“
Kostenlos
für alle Besucher
Die kostenlose Schnelltestmöglichkeit sei ein Beitrag der Kreisstadt zur Unterstützung der Geschäftswelt, indem bei bestimmten Inzidenzwerten der Einkauf ermöglicht werde. Die Stadt will laut Hetzl die Organisation übernehmen und das Personal unterstützen. Die eigentlichen Tests sollen medizinisch geschulte Mitarbeiter übernehmen.
Der Finanzausschuss hat den Kosten von voraussichtlich 55000 Euro einstimmig zugestimmt. Ein Teil soll nach den Vorstellungen Hetzls durch Spenden gedeckt oder mit anderen Stellen – Hetzl nannte das Landratsamt, den Freistaat oder den Bund – verrechnet werden. Die Kosten entfallen laut Hetzl mit etwa 5000 Euro auf ein EDV-Programm zur Registrierung und Verwaltung der Testdaten, der Rest werde für die Tests verwendet, knapp drei Euro pro Stück.
Einmal die Woche kostenlos testen will ab Mitte Mai auch Anton Locker in der Arkaden-Apotheke. Denn darauf hat jeder Bürger in Bayern ein Recht. Wer sich häufiger testen lassen will, muss 25 Euro pro Test zahlen. In den vergangenen Tagen hat Locker ein Team aufgebaut, das die Tests durchführen kann. Dazu gibt es nach seinen Angaben eine Kooperation mit dem Campus Mühldorf. „Ich habe 21 hochmotivierte Studenten als Mitarbeiter der Arkaden-Apotheke angestellt“, teilt Locker dazu mit.
Locker will die Tests ab dem 17. Mai anbieten, bis dahin hofft er, dass die Internetverbindung steht, die für die Verwaltung der Daten notwendig sei. Nach Angaben des Apothekers steht nach nur 15 Minuten nach dem Test das Ergebnis fest. Negativ Getesteten soll dann der Einkauf oder Besuch von Cafés und Gaststätten möglich sein.
Das negative Testergebnis werde direkt auf das Handy gesendet, auf Wunsch gebe es auch ein Zertifikat in Schriftform. Sollte der Test ein positives Resultat zeigen, werde der Betroffene laut Locker nach den Vorschriften des Infektionsschutzgesetzes an das Gesundheitsamt gemeldet.
Anmeldung
per E-Mail
Der Schnelltest beginnt nach einer Anmeldung per E-Mail im Innenhof der Apotheke an der Ledererstraße. Im Gebäude befinden sich 20 Testplätze. Nach dem Test geht es Richtung Stadtplatz wieder raus. Die zusätzlich benötigten Räumlichkeiten stelle der Hausherr Max Reichert kostenlos zur Verfügung, sagt Locker.
Sein Ziel ist es – wie das von Bürgermeister Hetzl –, dass Läden, Geschäfte, Wirtshäuser, Cafés und Eisdielen am Stadtplatz wieder so öffnen können wie vor der Pandemie. Locker hofft auf einen weiteren Rückgang der Inzidenz. Auch wenn das dann vermutlich auch für ihn mehr Arbeit bedeutet. Dann nämlich dürften auch die Außengastronomie beziehungsweise die Biergärten wieder öffnen. Und Locker ist sich ziemlich sicher, dass der Ansturm auf die Tests entsprechend groß sein wird.