Neumarkt-St. Veit – In Neumarkt-St. Veit wird am Tag der deutschen Kapitulation im Zweiten Weltkrieg – dem 8. Mai 1945 – schon seit einigen Jahrzehnten der Toten gedacht, die dem Regime der Nationalsozialisten zum Opfer gefallen sind. Auch in diesem Jahr will Reinhard Schmidt, der sich seit Jahrzehnten um die jährliche Gedenkfeier am KZ-Friedhof im Süden der Stadt bemüht, Blumengebinde niederlegen, um vor allem der 392 Verstorbenen zu gedenken, die auf einem der Todesmärsche um Neumarkt-St. Veit ihr Leben verloren. Doch wegen der Corona-Pandemie gibt es 2021 keine offizielle Gedenkfeier. „Auch wenn es bereits Erleichterungen gibt, sind wir der Meinung, dass eine solche öffentliche Veranstaltung im Moment nicht vertretbar ist“, teilt dazu die Stadt Neumarkt-St. Veit mit. Die meisten der Erleichterungen seien an die Inzidenzzahlen gekoppelt, und die liegen aktuell im Landkreis Mühldorf noch immer weit über 100. Größere Ansammlungen bleiben damit untersagt. Damit dieser Gedenktag nicht spurlos vorübergeht, kann jeder, der möchte, ein eigenes stilles Gedenken halten und einen kleinen Blumenstrauß auf den Grabstellen niederlegen. Dazu wird ab dem frühen Nachmittag ein Korb mit Blumensträußchen beim Kreuz bereitstehen. Die Stadt Neumarkt-St. Veit wird einen Kranz am Kreuz niederlegen. Reinhard Schmidt regt außerdem an, dass diesmal in besonderer Weise einer Person gedacht werden sollte: Am 9. Mai wäre Sophie Scholl, die als Mitglied der Widerstandsbewegung „Weiße Rose“ am 22. Februar 1943 hingerichtet wurde, 100 Jahre alt geworden. nz