Haag – Für eine Wiedereröffnung der Haager Turn- und Schwimmhalle im kommenden Herbst schaut es – zumindest was den Baufortschritt betrifft – nicht schlecht aus. Wie sich die Pandemie entwickelt, ist derzeit nicht absehbar. Derzeit läuft die umfangreiche Sanierung jedoch auf Hochtouren, es gibt keine nennenswerten Verzögerungen.
Zeit und Kosten
sind im Rahmen
Bauamtsleiter Andreas Grundner aus dem Haager Rathaus ist optimistisch. Der Zeitplan von rund zwei Jahren werde absehbar eingehalten und der Kostenrahmen von 7,8 Millionen Euro auch weitgehend. Lediglich die Edelstahlauskleidung des 25 mal 12,5 Meter großen Beckens verteuert das etwas, doch diese Investition sei eine gemeinsam getragene Entscheidung der Gremien des Gemeinderates gewesen. Derzeit ist der Innenausbau in vollem Gang. Die Turnhalle hat größere Fenster erhalten und ist damit heller geworden. Durch den Einsatz von Ahorn- und Birkenholz als Verkleidung wird dies noch betont. Eingebaut werden in den Wänden versenkbare Turngeräte mit „pfiffigen Details“, etwa dass die Tore beim Öffnen nicht mehr als potenzielle Verletzungsgefahr in den Raum ragen. Weiterhin bleibt die Möglichkeit bestehen, die Turnhalle abzutrennen. Die Technik für Halle und Schwimmbad geht ineinander über, das macht sich auch bei der Lüftung bemerkbar, die mittlerweile zu 90 Prozent installiert ist. Vergrößert hat sich durch neue Anforderungen die Menge an umzuwälzender Luft. Dabei wird ihr Wärme zur Energieeinsparung entzogen, was eine längere Verweildauer nötig macht. Der Platz für die erforderlichen Wärmetauscher ist über den Umkleidekabinen fürs Schwimmbad; deren Decke verfügt nun nur noch über eine normale Höhe, das war vorher um einiges mehr, berichtet Grundner weiter. Auch bei der Schwimmbadtechnik fänden sich interessante Details, sodass etwa tägliches Putzwasser der Reinigungskräfte nicht in das Schwimmbadwasser gelange – die Kreisläufe seien entkoppelt. Künftig wird sich auch der Chlorgeruch reduzieren, denn diese Reinigungsleistung erledigt nun ein Salz, sagt die Gemeinde.
Eingebaut werden auch ein Dampfbad, eine Familienumkleidekabine und ein Wickelraum. Hingucker finden sich noch mehr, zum Beispiel im oberen Flur. Was aussieht, wie gewöhnliche Lampen, ist ein verspiegeltes Rohr, das von außen Sonnenlicht einfängt und nach innen weitergibt.
Engpässe bei der
Materialbeschaffung
Die Decke im Schwimmbad verfügt über beleuchtete Reliefs und die Etagen verbindet eine Wendeltreppe am neuen westlichen Eingang. Auch die Fassade ist zu 90 Prozent fertiggestellt, berichtet das Bauamt. Sie erscheint in einem Grün, das bei genauer Betrachtung blau meliert ist. Künftig gibt es statt einem nun zwei Bushäuschen mit freiem Blick auf das Gebäude. Mit den Firmen habe man Glück, freut sich Bauamtsleiter Grundner, es gab aufgrund der Corona-Maßnahmen und dem damit verbundenen Renovierboom lediglich Engpässe bei der Materialbeschaffung.