Waldkraiburg/Mühldorf – Es wird ernst: Bayernweit beginnen am Mittwoch die Abiturprüfungen – wegen Corona zwei Wochen später als geplant. Damit macht ein außergewöhnlicher Schuljahrgang seinen Abschluss. Anna Mußner vom Waldkraiburger Gymnasium erzählt von den ungewöhnlichen Vorbereitungen eines Corona-Jahrgangs.
Die vergangenen beiden Wochen hat Anna Mußner wieder allein daheim gelernt. Ihre Lehrer und Mitschüler vom Waldkraiburger Gymnasium waren nur digital zugeschaltet. Eine Entscheidung der Schule, um so knapp vor den Abiturprüfungen die Kontakte so gering wie möglich zu halten. Corona hat den Jahrgang dominiert, wie noch keinen Jahrgang zuvor. Seit März vergangenen Jahres läuft der Schulbetrieb im Corona-Modus, auf viele Aktivitäten mussten die Abiturienten verzichten. „Die Stimmung ist komplett anders“, sagt Anna Mußner wenige Tage vor Prüfungsbeginn.
Hilfreiche Tipps
fürs Lernen daheim
Zumindest Wechselunterricht gab es in der Q12 nicht. Die Kombination aus kleinen Kursen und großen Räumen machte es möglich, dass die Q12 gemeinsam unterrichtet werden konnte. Dennoch waren die letzten beiden Schuljahre anstrengend. „Auch für die Lehrer, die zuerst uns im Präsenzunterricht hatten und dann zu ihren Klassen im Distanzunterricht wechselten.“
Die Schule hätte von Beginn der Corona-Pandemie ein gutes Konzept gehabt. „Die Schule hat alles versucht, damit der Unterricht funktioniert. Wir wurden gut betreut.“ Viele Fächer ließen sich gut digital unterrichten, die Lehrer hätten den Schülern hilfreiche Tipps fürs Lernen daheim gegeben, Lerntests und Noten gab es auch weiterhin. Dennoch sei es für manche nicht einfach gewesen, sich zu motivieren. Diskussionen darüber, ob das Abitur überhaupt stattfinden kann, machten dies nicht unbedingt besser.
„Es ist schwierig, wenn immer wieder alles umgeworfen wird und man nicht weiß, was passiert.“ Doch nicht alle Fragen der Abiturienten sind geklärt. „Einige Themen aus Mathe wurden rausgenommen. Wer diese aber an der Uni braucht, weiß nicht, ob er selber nachlernen muss oder ob es an der Uni unterrichtet wird“, erklärt die 17-Jährige.
Schüler müssen
auf vieles verzichten
Trotz des vielen Präsenzunterrichts mussten die Abiturienten auf vieles verzichten, gerade im außerschulischen Bereich: Mit gemeinsamen, digitalen Kochabenden oder Sportveranstaltungen gab es zwar kleinere Angebote, aber „keinen Ersatz für das Schulleben“.
Studienfahrt und Abistreich: gestrichen. Die Abi-Feier in der Dreifach-Turnhalle weniger festlich als im Haus der Kultur: „Das ist aber besser als nichts. „Ich hatte eine tolle Zeit am Gymnasium. Schade, dass es so endet“, sagt sie. Dass vieles nicht so stattfinden konnte wie geplant, bedauert sie. „Blöd, dass wir davon betroffen sind, aber man kann nichts dagegen machen.“ Jetzt will sie motiviert ins Abitur gehen und sich aufs Studium freuen.
Für Anna Mußner soll der Weg nach England führen, wo sie internationale Beziehungen studieren will. Einen Studienplatzzusage hat sie und so wie es aussieht, sollen dort ab Herbst wieder Vorlesungen stattfinden.