Mühldorf – Zweimal wurde der Landkreis Mühldorf in letzter Zeit von schweren Unwettern heimgesucht. Die Hagelwalzen haben auch Landwirte erwischt, deren Felder und Wiesen zum Teil massiv geschädigt wurden.
Um auf diese Situation aufmerksam zu machen, hat der Bayerische Bauernverband eine Informationsveranstaltung mit Kreisobmann Ulrich Niederschweiberer und dem Geschäftsführer für Mühldorf, Altötting und Eggenfelden Veit Hartsperger organisiert, an der Innenstaatssekretär Stephan Mayer (CSU), und Landrat Maximilian Heimerl (CSU) teilnahmen. Mayer bedauerte dabei, dass die heimische Region jetzt zweimal von starken Unwettern betroffen wurde, „ein ausgesprochenes Pech für die Bauern“.
Ein Viertel der Flächen ist betroffen
Auf seinem Hof erklärte Niederschweiberer, dass nach seiner Schätzung 25 bis 30 Prozent der gesamten Anbaufläche vom Hagel geschädigt worden seien. Der Kreisobmann zählte zunächst wirtschaftliche Schäden auf, diese würden aber von der Hagelversicherung übernommen, die fast alle Bauern hätten. „Die Landwirte sind vor allem psychisch betroffen, ihre Ernte ist vernichtet, wie sollen sie jetzt ihr Vieh füttern“. Eine wichtige Hilfsmaßnahme, so Niederschweiberer, sei die Aussetzung der Düngemittelverordnung für das nächste Jahr. Es sei zwar noch Dünger im Boden, da der aber ausgewaschen wird, reicht er nicht aus.
BBV richtete Futtermittelbörse ein
Veit Hartsperger gab bekannt, dass der Bauernverband eine Futtermittelbörse eingerichtet habe. Diese kann man über die Homepage der Organisation erreichen. Unter www.bayerischerbauernverband.de gibt man den Suchbegriff ‚Futtermittelbörse‘ ein und klickt auf das Bild mit dem Maisfeld – schon kann man Tierfutter suchen oder anbieten.
So funktioniert die Börse: Ein Landwirt, der Futtervorräte übrig hat, meldet sie dieser Börse. Kollegen, die Bedarf haben, können sich dann melden und das Futter übernehmen.
Hartsperger: „Die Solidarität unter den Landwirten kann auf diese Weise weiterhelfen“. Niederschweiberer: „Es ist wichtig, dass die Futterbörse bekannt gemacht wird, sie trägt auch zur Beruhigung der Landwirte bei“.
Im Anschluss an dieses Analyse wurden einige exemplarische Felder und Wiesen zwischen Mößling und dem Flugplatz Mühldorf besichtigt.
Mais kann nicht
siliert werden
Ein kaputtes Maisfeld steht als nächstes an, Ulli Niederschweiberer zufolge würden nach drei Tagen an den zerstörten Stängeln Blätter nachwachsen – Fehlanzeige. Dieser Mais kann nicht siliert werden – die Bauern mulchen ihn und ackern ihn anschließend ein.
Auf einer Wiese mit Kleegras ist der Klee nur circa 15 Zentimeter hoch, müsste aber mindestens 40 Zentimeter Höhe erreicht haben. „Bei Gras“, so Ulli Niederschweiberer, „ist der Verlust nicht so hoch, bei 6 Schnitten pro Jahr fällt nur ein Grasschnitt weg“.
Ein Rapsfeld ist schwer geschädigt. Raps ist bei Hagel sehr empfindlich, die Schoten springen auf. Jetzt kann der kaputte Raps nur mehr gehäckselt und als Gründüngung verwendet werden oder der Bauer ackert ihn gleich ein.
Der Mais oder das Getreide auf den schwer geschädigten Äckern muss zur Zeit noch stehen bleiben, erst muss ein Schätzer kommen und die Höhe des Schadens feststellen.
Stephan Mayer will Bauern unterstützen
Stephan Mayer beantwortet die Frage, wie die Politik den Landwirten nun helfen kann, folgendermaßen; „Als Mandatsträger stehe ich voll auf der Seite der Bauern. Erst einmal hoffe ich, dass die Bauern von den Versicherungen voll umfänglich entschädigt werden. Die vom Kreisobmann vorgeschlagene Aussetzung der Düngeverordnung (nach dieser dürften die Bauern im nächsten Jahr zwar anpflanzen, aber nicht düngen, die Redaktion) werde ich voll unterstützen.
Es werden aber noch weitere Maßnahmen erforderlich sein. Ich habe mit der bayerischen Landwirtschaftsministerin (Michaela Kaniber, die Redaktion) gesprochen, sie wird am Freitag, 9. Juli, nach Töging kommen und sich die Schäden ansehen.“