Große Hilfsbereitschaft nach der Flutkatastrophe

von Redaktion

Waldkraiburger Feuerwehr startet Spendenaktion – Nach nur drei Stunden sind 44 Paletten mit Hilfsgütern voll

Waldkraiburg – Handtücher, Kleidung, Kinderspielzeug und Trinkwasser – palettenweise stapeln sich die Hilfsgüter bei der Waldkraiburger Feuerwehr. Die hatte am Wochenende kurzerhand zu einer Spendenaktion für die Flutopfer der Hochwasserkatastrophe aufgerufen. Und war überwältigt von der Hilfsbereitschaft der Leute.

Gerade einmal drei Stunden hat es am Sonntag gedauert, bis 44 Paletten voll sind. „Das ist mehr, als mit dem wir insgesamt gerechnet haben“, sagt Andreas Englmeier, der die Aktion mit Kameraden der Waldkraiburger Feuerwehr initiiert und mit der Stadt und dem Feuerwehr-Kommandanten abgeklärt hat. „Wir wurden total überlaufen“, sagt Englmeier. Sogar zu einem Stau bei der Zufahrt zur Feuerwehr ist es gekommen.

Die Betroffenheit ist nach der verheerenden Flutkatastrophe in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz bei allen groß. Zerstörte Brücken, weggeschwemmte Häuser und unterspülte Straßen: Die Bilder aus den betroffenen Gebieten lassen einen fassungslos zurück. Bislang sind mehr als 160 Personen bei der Flutkatastrophe ums Leben gekommen, die Schäden sind noch immer nicht in ihrer Gesamtheit ersichtlich.

Für Andreas Englmeier und seine Kameraden stand damit sehr schnell fest, dass sie helfen wollen. Mit einer Spendenaktion, die sie spontan auf die Beine gestellt haben. „Mithilfe des Kreisverbands vom Roten Kreuz vor Ort haben wir einen Abnehmer gesucht für die Spenden, die sich dann um die Verteilung kümmern“, sagt Englmeier.

Die Bilder und Nachrichten aus den Flutgebieten lassen viele Menschen nicht unberührt. Auch hunderte Kilometer weiter wollen die Leute helfen: Zu Fuß, mit dem Rad, mit dem Schubkarren oder mit dem Auto kamen die Menschen am Sonntag zur Waldkraiburger Feuerwehr. „Ich kann gar nicht genau sagen, wie viele Leute da waren. Vielleicht 500“, sagt Englmeier. Dass die Hilfsaktion solche Wellen schlägt, überrascht ihn.

Drei Stunden lang hätten die Helfer immer drei Autos gleichzeitig entladen und die Spenden dann in große Kisten verteilt. Schnell ist klar, dass für den Transport der Hilfsgüter ein zusätzlicher Anhänger benötigt wird. „Eine Spedition hat uns einen zusätzlichen gesponsert“, erklärt Englmeier. Am Mittwoch geht es mit dem Lastwagen in Richtung Würselen in der Nähe von Aachen. Eventuell schließen sich Lastwagen von zwei weiteren Feuerwehren an.

Bis zu drei Lastwägen voll kann die Feuerwehr Waldkraiburg nach Würselen bringen. So ist die Absprache mit dem Abnehmer vor Ort. „Wir werden voll sein bis zur Oberkante“, sagt Englmeier. Sollten mehr Hilfsgüter zusammenkommen als die vereinbarten drei Lastwägen, werden diese für einen anderen wohltätigen Zweck gespendet oder erst zu einem späteren Zeitpunkt ins Flutgebiet geliefert.Raphaela Lohmann

Artikel 1 von 11