Erharting – Ratzfatz hatte Matthias Huber den Sachverhalt zur Anschaffung eines Versorgungs-Lastwagens und eines Verkehrssicherungsanhängers erklärt. Gerade war der Erhartinger UWG-Bürgermeister dabei, darüber abstimmen zu lassen, da bremste ihn UWG-Gemeinderat Georg Grandl aus: „Ich bin noch nicht überzeugt.“ Vor allem die Klarheit über die Kosten, die auch in Zukunft in Sachen Feuerwehrwesen auf die Gemeinde noch zukommen, etwa beim Feuerwehrhaus, fehlten ihm.
Huber hatte vorher schon gesagt, dass die Notwendigkeit der Anschaffung hinreichend dargelegt worden sei. Ihm sei bewusst, dass in diesem Jahr bereits viel Geld ausgegeben worden sei, etwa für die in die Jahre gekommene Schutzausrüstung. Er verwies auch auf die komfortable Zuschusssituation – insgesamt rund 72300 Euro, weil Erharting das Kriterium eines Raums mit besonderem Handlungsbedarf erfülle.
25000 Euro
Eigenanteil
Außerdem erwähnte er, dass die Anschaffung der beiden Fahrzeuge nur unter der Bedingung erfolge, dass sich die Feuerwehr mit 25000 Euro beteilige. Die Wichtigkeit der Anschaffung untermauerte Huber mit einem Verweis auf den Unfall zu Beginn der vergangenen Woche auf der A94.
Grandl lagen dennoch die Kosten schwer im Magen: „Das ist doch ein Wahnsinn für eine kleine Kommune. Das muss man doch interkommunal organisieren können.“ Huber, selbst Feuerwehrmann, verneinte das: Bis Feuerwehren aus anderen Orten zur Unfallstelle kämen, verstreiche zu viel Zeit. „Außerdem muss man bei so einem Unfall mehrere Fahrzeuge vorhalten.“ Wolfgang Wagner (FWE) rückte ebenfalls die Kosten von fast 250000 Euro in den Fokus. „Mir fehlt das Konzept. Ein Instrument, mit dem wir planen können. Mit der Anschaffung alleine ist es ja nicht getan, wir müssen auch die Folgekosten bedenken.“
Der Bürgermeister pochte auf die Notwendigkeit einer zeitgemäßen Ausstattung. „Das Gewand war 21 Jahre alt und zerfetzt. Eine Neuanschaffung war überfällig. Und auch Auto und Anhänger sind wichtig.“ Wenn er einen toten Feuerwehrmann verhindern könne, dann sei die Kostenfrage vernachlässigbar. Im Übrigen trete der Fall vielleicht alle 20 bis 25 Jahre ein, dass man ein neues Feuerwehrfahrzeug kauft. Diese Kosten müsse man umlegen auf die Einsatzzeit eines solchen Fahrzeuges, „das sowieso frühestens 2023 fertig sein wird.“
Feuerwehr-Kommandant Martin Demberger machte darauf aufmerksam, dass die Aufrechterhaltung des Feuerwehrwesens eine Pflichtaufgabe einer jeden Kommune sei. Dass das Thema Feuerwehrauto nach Ansicht von Wolfgang Wagner „relativ kurzfristig auf dem Tisch gelegen“ habe, wollten weder der Kommandant noch der Bürgermeister so stehen lassen. Huber verwies darauf, dass der Kostenrahmen nicht früher festgestanden habe. Demberger betonte, dass die Feuerwehr frühzeitig einen Zehn-Jahres-Pan vorgelegt habe. Und Mittermüller hatte kein Verständnis für die „kleinliche Rumrechnerei“. Zumal die Anschaffungen für den Feuerwehrverein schon lange in der Finanzplanung berücksichtigt gewesen seien. Dies bestätigte auch der Geschäftsstellenleiter der Verwaltungsgemeinschaft, Georg Wagenbauer.
Verweis auf großes Gefahrenpotenzial
Gemeinderat Willi Gründl (FWE) schlug versöhnliche Töne an: „Ich habe Respekt vor der Arbeit der Feuerwehr. Doch jede Diskussion darüber, ob die Ausgaben zu hoch sind, erübrigt sich, wenn es das Gesetz so vorschreibt.“ Bürgermeister Huber fügte an: „Die Regierung würde keinen Zuschuss geben, wenn das Fahrzeug nicht nötig wäre.“
Schließlich war es dann Demberger selbst, der wohl am überzeugendsten dafür argumentierte, dass der Rat letztlich einstimmig (7:0) der Anschaffung der beiden Fahrzeuge zustimmte. „Wir sind nicht die größte Gemeinde, aber wir haben ein großes Gefahrenpotenzial. Durch den Zubringerverkehr von Netto und durch die Autobahn. Wir haben uns auch nicht darum gerissen.“