Richtig Hamstern für den Notfall

von Redaktion

Was für Quarantäne und Co. immer im Vorratsschrank sein sollte

Kreisbrandrat Harald
Lechertshuber
. Foto Privat

Mühldorf – Egal, ob Straßen wegen Schneemassen unpassierbar sind, Stürme die Strommasten knicken, die Wasserversorgung ausfällt oder die Corona-Variante Omikron das Land lahmlegt – mit einer gut gefüllten Vorratskammer kann man immer etwas beruhigter sein.

Doch wie sieht die aus? Nur Klopapier oder Hefe, wie vor allem während der ersten Welle auch im Landkreis gebunkert, reichen nicht aus. Das erklärt das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) in seinem „Ratgeber für Notfallvorsorge und richtiges Handeln in Notsituationen“.

Kreisbrandrat befolgt
die Tipps auch privat

Den vom BBK zusammengefassten Empfehlungen und Tipps schließen sich auch die Katastrophenschutzbehörde im Landratsamt und Mühldorfs Kreisbrandrat Harald Lechertshuber uneingeschränkt an. „Was da drin steht, ist wissenschaftlich fundiert, vernünftig und nicht übertrieben“, stellt er fest. „Jeder Haushalt sollte sich einen Grundstock an Vorräten anlegen.“ Das sei erstens nicht besonders kostenintensiv, und zweitens können die gehorteten Lebensmittel über die Zeit immer wieder verbraucht und erneuert werden.

Befolgt der Mann von der Feuerwehr diese Ratschläge auch privat? „Natürlich haben wir ausreichend Vorräte im Haus“, gibt er preis. „Auch, weil ich im Falle einer großflächigen Notlage selbst im Einsatz und nicht zu Hause sein werde. Da will ich meine Familie versorgt wissen.“

Womit er es im vergangenen Jahr auch hautnah zu tun hatte, waren die Evakuierungen nach den Funden von Fliegerbomben aus dem Zweiten Weltkrieg im Mühldorfer Norden. „Die Unterbringung in Notunterkünften dauert dabei in der Regel nur ein paar Stunden oder einen Tag, da braucht es noch keinen Notfallkoffer“, weiß er.

„Allerdings ist uns aufgefallen, dass Evakuierte in der Aufregung immer wieder wichtige Medikamente zu Hause vergessen. Einmal mussten wir zurück ins geräumte Gebiet, um Herztabletten zu holen. Es wäre nicht schlecht, wenn solche Dinge für den Fall der Fälle immer griffbereit wären.“

Nicht nur Lebensmittel auf Vorrat können wichtig werden. Immer wenn der Strom ausfällt, stellt sich heraus, wie abhängig jeder davon an jeder Stunde des Tages ist. Telefon, Heizung, E-Herd und Kühlschrank fallen aus.

Heizmittel, Batterien und etwas Bargeld

Der Akku von Handy, Laptop und Co. ist schnell verbraucht. Deshalb rät das BBK, auch dafür Vorsorge zu treffen. Wer einen Holzofen hat, kann schon mal für Wärme sorgen. Also immer einen Vorrat an Kohle und Briketts und Holz anlegen. Auch wichtig: Taschenlampe und Batterien, Kerzen und Feuerzeug; ein batteriebetriebenes Radio; ein Campingkocher; und da der Strom auch flächendeckend und länger ausfallen kann, ist es gut, immer etwas Bargeld im Haus zu haben, wenn auch Geldautomaten nicht mehr funktionieren.

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