Teurer Schutz fürs Gotteshaus

von Redaktion

Instandsetzung von St. Stephanus in Stefanskirchen soll eine halbe Million Euro kosten

Stefanskirchen – Seit 2009 liegt der Antrag auf die Generalsanierung der Kirche St. Stephanus in Stefanskirchen beim Bauamt des Ordinariates in München. „Die Kirchenrenovierung gestaltet sich als sehr langwierig, es ist für uns eine schwierige Situation“, so Thomas Nicklbauer von der Kirchenverwaltung. Zwischenzeitlich hätten viele Besichtigungstermine mit dem Ordinariat stattgefunden.

Renovierungsarbeiten
dringend nötig

Bei der letzten Begutachtung sei die Summe für die Instandsetzung nach oben korrigiert worden. Inzwischen seien 500 000 Euro fällig, dementsprechend erhöhe sich der Eigenanteil der Kirchengemeinde um weitere 50 000 Euro. „Wir können aber nichts machen. Für uns heißt es nur abwarten, wie oben entschieden wird“, sagte Nicklbauer.

Nichtsdestotrotz waren viele Ausbesserungsarbeiten rund um Kirche, Pfarrheim und Leichenhaus notwendig: Es gab einen neuen Anstrich für das Leichenhaus, im Pfarrheim wurde das Treppenhaus und der Gang neu gestrichen, und die Kreuzigungsgruppe an der Ostseite der Kirche wurde renoviert. Zudem wurde kleinere Mängel beseitigt, die ein Gutachten der Berufsgenossenschaft beanstandet hatte.

Zudem wurde die Lautsprecheranlage nachgerüstet. Der Betrag wurde mit Spenden von Stefanskirchner Vereinen beglichen. Nachdem der Kirchturm als „Notfallmaßnahme“ vom Ordinariat München eingestuft wurde, gab es ziemlich schnell grünes Licht für die Sanierungsarbeiten. Auslöser war die schadhafte Schiefereindeckung des Turms. Gebrochene Schieferplatten haben zu Fehlstellen in der Deckung geführt. Damit konnte Wasser eindringen, was dazu führte, dass die Bretterschalung faulte und die Nägel verrosteten. Eine punktuelle Ausbesserung war hier nicht mehr möglich. Abgebrochene oder herausgebrochene, scharfkantige Schieferteile befanden sich zudem in allen Wasserspeiern.

Fäulnisbedingte Schäden wurden auch im Bereich des Kaiserstiels und im unteren Bereich des Turmhelms festgestellt, wo die tragende Dachstuhlkonstruktion des Spitzhelms auf dem Mauerwerk aufsitzt. An den Maßwerkteilen der Schallöffnungen waren ebenfalls erhebliche Schäden festgestellt worden, die zum plötzlichen Absturz dieser Bauteile führen könnten.

Im Frühjahr wurde mit der Renovierung begonnen. Bei den Zimmererarbeiten zeigte sich dann, dass die Schäden erheblicher waren, als gedacht. Doch sie wurden alle behoben, und anschließend wurde mit den Dachdeckerarbeiten begonnen. Alle Schieferplatten wurden entfernt und durch neue ersetzt. Nachdem das Dach fertig eingedeckt war, konnte auch das Kreuz wieder angebracht werden und das Gerüst wurde abgebaut.

Jetzt musste allerdings ein weiteres Mal das Gerüst aufgestellt werden, da die Gefahr besteht, dass Dachziegeln herabfallen können. „Wir haben schon vor Jahren den Antrag auf die Gesamtsanierung vom Kirchenschiff mit der Dacheindeckung beim Ordinariat gestellt“, so Thomas Nicklbauer von der Kirchenverwaltung.

Langes Warten auf
Entscheidung von oben

Die Maßnahme wurde anscheinend im Vergabeausschuss schon behandelt. Ein Ergebnis wurde den Stefanskirchenern bis jetzt aber noch nicht mitgeteilt. So muss die Kirchenverwaltung jährlich die Gerüstkosten für die Notfallmaßnahme von rund 8000 Euro bezahlen. Wann Stefanskirchen dann zum Zug kommen wird, das steht wörtlich „in den Sternen“. Die geschätzten Gesamtkosten dieser Maßnahme werden am Ende etwa 400000 Euro betragen – Geld das eigentlich für die Renovierung gebraucht werden würde.

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