Mühldorf – 25 Prozent der Fläche im Landkreis Mühldorf und Altötting sind von Wald bedeckt: insgesamt 33700 Hektar. Die fünf Revierförster des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Töging betreuen den Wald und sind Ansprechpartner für Waldbesitzer und Waldbesucher.
„Im Kalenderjahr 2021 gab es mit rund 710000 Festmetern (fm) die geringsten Borkenkäfermengen seit sechs Jahren“, hat ein Sprecher der Bayerischen Staatsforsten gute Nachrichten. Im Vergleich zum Vorjahr sank der Wert um 35 Prozent, im Vergleich zum Hitzejahr 2019 sogar um mehr als die Hälfte (- 54 Prozent).
Kühles und nasses
Wetter hat geholfen
„Ein vergleichsweise kühles und nasses Wetter sorgte dafür, dass die Entwicklung der Borkenkäfer gebremst und die Abwehrkraft der Fichten gestärkt wurde. Hinzu kommt die kontinuierliche und schnelle Aufarbeitung der Schäden“, erklärten die Bayerischen Staatsforsten auf Anfrage der OVB-Heimatzeitungen.
Die Borkenkäferzahlen für den gesamten Staatswald sind rückläufig. „Das derzeitige Winterwetter hat keine Auswirkungen auf den Borkenkäfer. Er überwintert entweder unter der Rinde oder in der Erde“, erklärt Dr. Martin Kennel, Bereichsleiter Forsten am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten.
Eine Entwarnung beim Borkenkäfer sieht Dr. Kennel grundsätzlich aber nicht. „Das Wetter im Sommer und Herbst letzten Jahres scheint dazu geführt zu haben, dass wir mit weniger Befall rechnen können. Wenn wir von schweren Winterstürmen verschont bleiben, rechnen auch wir mit einem Rückgang des Borkenkäferbefalls“, bilanzierte Dr. Martin Kennel.
„Da die Population des Buchdruckers 2021 nicht besonders stark ausgeprägt war, erwarten wir für heuer eine weitere Entspannung des Befallsgeschehens im Sommer. Natürlich immer unter der Voraussetzung einer ausreichenden Wasserversorgung in der Vegetationsphase 2022“, sagt Michael Erber, Geschäftsführer der heimischen Waldbauernvereinigung.
Trotzdem sollten bis Ende Februar die Waldbesitzer noch einmal die Bestände auf Käferbäume kontrollieren. Da die befallenen Fichten nun bereits die Rinde verlieren und sich die Kronen rot färben, sind sie besonders leicht zu erkennen. Die Stämme sollten dann unbedingt aus dem Wald entfernt werden, um einen erfolgreichen Ausflug im Frühjahr zu verhindern. „Auch wenn man vergangenes Jahr keine Befallsnester im Wald hatte, gilt es weiterhin wachsam zu bleiben und gerade im Frühjahr die ersten schönen Tage für einen Kontrollgang zu nutzen“, stellte Erber heraus, Die Holzpreise sind unterdessen auf einem stabilen bis leicht steigenden Niveau. Das Bundesamt für Statistik errechnete, dass der Preisanstieg bei Fichtenholz im vergangenen Oktober bei 31,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr lag. Spitzenreiter beim Preisanstieg war das Fichtenholz.
Waldbesitzervereinigungen berichten indessen, dass es Anfang des vierten Quartals zu einem regelrechten Einbruch bei den Holzpreisen kam. Ursache war neben dem wegbrechenden Export offenbar auch die mittlerweile ausgelaufenen Einschlagsbeschränkungen. Die Folge war offenbar, dass die Sägewerke ihre Nachfrage nach Rundholz Anfang des vierten Quartals teils deutlich zurückgefahren haben. Mittlerweile hat sich die Nachfrage der Säger jedoch wieder etwas stabilisiert, ebenso wie die Preise, berichtet etwa die Waldbesitzervereinigung Landshut.
Rege Nachfrage
der Sägewerke
„Bei den Sägewerken in der Region können wir eine rege Nachfrage nach frischem Holz feststellen, sodass eine rasche Abfuhr der bereitgestellten Hölzer erfolgt.
In Verbindung mit den ausgezeichneten Holzpreisen nutzen zurzeit viele Waldbesitzer die günstigen Bedingungen für einen regulären Einschlag. Einzig der fehlende Frost erschwert momentan die Holzarbeit. Aber auch hier können in Verbindung mit den örtlichen Unternehmern immer wieder gute Lösungen gefunden werden“, erläutert Erber.
Überdurchschnittlich hohe Rundholzpreise treffen auf eine rege Nachfrage bei den Sägewerken, sodass die Waldbesitzer geplante Hiebe guten Gewissens in Angriff nehmen können. Denn wie die vergangenen Jahre zeigten, ist der kalamitätsgetriebene Rundholzmarkt höchst volatil. Es gilt also, sich bietende Gelegenheiten zu nutzen.