Drei von vier Grünen-Anträgen abgelehnt

von Redaktion

Baugebiet Allersheim nimmt konkrete Formen an – Vorentwurf abgesegnet

Schwindegg – Das neue Baugebiet in Allersheim nimmt Formen an. In der Gemeinderatssitzung stellte Architektin Christa Schwarzmoser den Vorentwurf des Bebauungsplanes vor.

Die Fraktion der Grünen, Judith Bogner und Hermann Hager, brachte vier Anträge zur Gestaltung des Baugebietes ein. Der erste Antrag hatte eine gemeinsame Tiefgarage zum Gegenstand. Unter den Geschossbauten, also den vier größeren Bauten, solle statt je zwei Tiefgaragen eine gemeinsame Tiefgarage gebaut werden. Die Straße solle verschwenkt werden. Somit wäre nur eine Zufahrt nötig und es bliebe mehr Platz und Ruhe für spielende Kinder.

Straße lockert
die Einteilung auf

Bürgermeister Roland Kamhuber (CSU) entgegnete, wie bereits besprochen lehne eine große Mehrheit im Gemeinderat diesen Vorschlag ab, da es sonst nur einen Bauträger gäbe. Auch Ingrid Obermeier-Osl (CSU) hielt es nicht für richtig, wenn nur ein Bauträger die Tiefgarage baut. Sie sprach sich für eine freiheitliche Entscheidung der Bauherren aus, die entscheiden können, ob sie eine Tiefgarage bauen wollen oder nicht. Christa Schwarzmoser hatte städtebauliche Bedenken. Die Unterteilung sei gut und die Straße, die sonst entfallen würde, lockere die Einteilung auf. Der Antrag wurde mit 12:2 Stimmen abgelehnt.

Der zweite Antrag bezog sich auf die größere Garagenfläche, die im Süden der Anlage eingeplant wurde. Hermann Hager erläuterte, hier sei die Nutzungseinschränkung zu stark und schlug vor, stattdessen eine Sondernutzungsfläche einzuzeichnen. Sie solle flexibel nutzbar sein für ein mögliches Wärmezentrum, von dem aus die Wohnanlage beheizt werden könne, oder für einen Bolzplatz.

Bürgermeister Roland Kamhuber vertrat den Standpunkt, Stauraum für Fahrzeuge wie Motorräder aus der Siedlung sei günstig. Hermann Hager äußerte die Bedenken, Kleingewerbebetriebe könnten die Garagen als Lagerfläche benutzen und damit zusätzliche An- und Abfahrten nötig machen. Er bat um Zurückstellung des Ganzen. Franz Weinberger von der Verwaltung argumentierte, Garagen seien für Fahrzeuge und dürften nicht anders genutzt werden. Christa Schwarzmoser sagte, der Geltungsbereich müsse im Plan definiert werden. Martin Sax (Einig Walkersaich/Wörth) fand, es stünden genug Fahrzeuge in den Siedlungen herum, gemeinschaftliche Parkanlagen seien wichtig. Der Antrag wurde mit 12:2 Stimmen abgelehnt.

Im dritten Antrag ging es um den Schutz der Artenvielfalt im neuen Baugebiet. Die Grünen plädierten dafür, alle nicht baulich genutzten Flächen gärtnerisch anlegen zu lassen. Schottergärten und Ähnliches, gegebenenfalls in Kombination mit Folien, die nicht durchwurzelt werden können, sollen unzulässig sein. Teichfolien sollen nur bei permanent wassergefüllten Gartenteichen zulässig sein. Außerdem sollen hohe Mauern, Steinwände wie Gabionenwände und engmaschige Zäune wegen der Tierwelt, insbesondere Igel, nicht möglich sein.

Die Grünen unterstützten damit die vorgeschlagenen Maßnahmen des Landschaftsarchitekturbüros Grünfabrik aus Aschau und baten, diese im Bebauungsplan festzuschreiben. Bürgermeister Roland Kamhuber war der Ansicht, es brauche keine zwei Meter hohe Mauern, doch ein Gartenzaun solle möglich sein. Franz Weinberger bemerkte, ein Durchlass von 15 Zentimetern Bodenfreiheit sei herzustellen. August Obermeier (CSU) fand, Steingärten seien zu unterbinden. Der Gemeinderat beschloss, ergänzend mit aufzunehmen, dass Kies- und Schotterflächen unzulässig sind. Dies wurde mit 14:0 angenommen.

Maßnahmen zum Klimaschutz einplanen

Mit dem vierten Antrag wollten die Grünen Klimaschutzmaßnahmen vorausschauend einplanen. Sie beantragten ein Gutachten, das Emissionsneutralität bei Heizung und Stromversorgung betrachtet. Bürgermeister Roland Kamhuber meinte, eine Machbarkeitsstudie zur Fernwärmeversorgung sei bereits in Auftrag gegeben. Judith Bogner forderte ein darüber hinausgehendes Gutachten und eine Solarpflicht für alle Dächer. Bürgermeister Roland Kamhuber fand dies nicht relevant, denn dazu käme ein Gesetz. Richard Huber (CSU) wollte bundespolitische Themen nicht auf kommunaler Ebene besprechen. Martin Sax (Einig Walkersaich/Wörth) sagte, man müsse nicht alles regulieren. Die hohen Energiekosten würden zwangsläufig dazu führen, Fotovoltaikanlagen und Hackschnitzelheizungen einzubauen. Richard Huber stellte den Antrag zur Geschäftsordnung auf Ende der Beratung und Abstimmung. Dieser wurde mit 12:2 angenommen. Der Antrag der Grünen wurde mit 2:12 mehrheitlich abgelehnt.

Am Ende sprach sich der Gemeinderat mit 12:2 Stimmen für den Vorentwurf aus, der jetzt im Rathaus öffentlich ausliegt.

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