Mühldorf – Der FC Mühldorf will auf dem ehemaligen Gelände des ESV Mühldorf die Fußballanlagen ausbauen. Das teilte Bürgermeister Michael Hetzl (UM) jetzt dem Bauausschuss mit. Im Zentrum steht der Bau einer Zuschauertribüne. Außerdem will der Fußballclub einen neuen Kabinentrakt unter der Tribüne errichten. Damit würde das ehemalige Gelände des ESV zur lang gesuchten Heimat des FC. Die Fußballer spielen auch in Altmühldorf und Mößling. Die Stadt Mühldorf hatte das ESV-Gelände vor gut zwei Jahren im November 2019 gekauft.
FC-Präsident Robert Salzberger spricht von einer Bauvoranfrage. „Wir wollen jetzt die rechtlichen Fragen klären und warten den Bescheid ab“, sagt Salzberger. Etwa 250 Zuschauer sollen auf der Tribüne Platz finden, darunter vier Umkleidekabinen.
Der Vorstand setze damit einen Mitgliederbeschluss des Vereins um, sagt Salzberger. Er warnt aber vor Erwartungen, dass jetzt alles sehr schnell gehe.
Kritik am Vorgehen übte Stephan Schinko (Grüne) im Bauausschuss. Denn durch die Pläne des FC Mühldorf fallen die Beachvolleyballplätze des TSV weg. „Mich hat das sehr gewundert“, sagte er. „Die Beachvolleyballplätze werden überplant, und man hat uns nicht einmal gefragt.“ Schinko engagiert sich auch in der Volleyballabteilung des TSV Mühldorf mit ihren 260 Mitgliedern. „Wir haben geplant, uns zu erweitern“, sagte er. Sechs Sand-Plätze seien vorgesehen, um auch eine bayerische Meisterschaft durchführen zu können. „Wir sollten schauen, dass wir eine einvernehmliche Lösung finden.“ Es sei klar, dass der FC Mühldorf eine Heimat brauche. „Aber uns hat er einfach weggebügelt.“ Stadtbaumeisterin Birgit Weichselgartner sagte zu, dass die Stadt bei der Suche nach einem neuen Standort für die Beachvolleyballplätze helfen werde. Jetzt seien auf dem ESV-Gelände viele Verfahrensfragen zu klären. „Dieses Jahr wird es sicherlich kein Baurecht geben“, sagte sie.
Bürgermeister Michael Hetzl (UM) kritisierte die mangelnde interne Kommunikation beim TSV. Nach seinen Angaben hatte der FC den TSV-Vorstand informiert. Vorsitzender des TSV ist Sportrereferent Stefan Schörghuber, er widersprach dieser Kritik auf Anfrage. Er habe die Volleyballabteilung schon im vergangenen Jahr über die Pläne informiert. Da der Bau aber frühestens in zwei oder drei Jahren käme, sei ausreichend Zeit, einen neuen Standort zu suchen. „Die Volleyballer wollen ihre Anlage ohnehin erweitern, das ist beim ESV nicht möglich.“