Hallenbad sperrt später auf

von Redaktion

Bausubstanz muss geprüft werden – Heuer bleibt das Wasser kalt

Mühldorf – Zum Leid vieler Schwimmer wird sich die Öffnung des Mühldorfer Hallenbades heuer um einige Wochen verzögern.

„Öffentliche Gebäude wie Hallenbäder müssen regelmäßig auf ihre Bausubstanz und Standfestigkeit geprüft werden“, erklärt Alfred Lehmann Geschäftsführer der Stadtwerke den Grund für die verspätete Öffnung. „Diese Prüfpflicht im fünf- bis sechsjährigen Turnus geht auf den Einsturz der Eishalle von Bad Reichenhall im Januar 2006 zurück und steht heuer auch wieder im Hallenbad Mühldorf an.“

Aufgrund des Alters des Hallenbades – es ist Baujahr 1972 und die letzte Prüfung war im Jahr 2017 – falle diese Untersuchung umfangreicher aus. Unter anderem müsse Bohrstaub entnommen, an die Technische Universität München geschickt und dort untersucht werden.

Gutachter sind seit
Wochen am Werk

Es seien mehrere Stellen mit der Prüfung befasst und alle Gutachter mehr als ausgelastet. Dadurch werde sich die Eröffnung um mehrere Wochen verschieben.

Genauer lasse sich die verspätete Eröffnung nicht eingrenzen, sie ist abhängig vom Erhalt des Prüfungsergebnisses. Im Namen der Stadtwerke bittet der Geschäftsführer des heimischen Versorgers, die Unannehmlichkeiten zu entschuldigen. Lehmann: „Für uns steht die Sicherheit aller Besucher und des Personals immer an erster Stelle.“

Beim städtischen Familien- und Jugendreferenten Gottfried Kirmeier (SPD) und auch bei den Stadtwerken häufen sich die Anrufe verärgerter Badbesucher. „Dass die Prüfung stattfinden muss, wusste man doch schon länger“, so Kirmeier. „Die Bürger wundern sich, warum das nicht während der Sommerpause oder der Corona-Schließung gemacht wurde.“

Stadtwerke-Chef Lehmann bedauert die Umstände: „Wie es jetzt läuft, ist auch für uns bescheiden. Die Prüfung des Hallenbades ist seit circa acht Wochen in Gange. Wir dachten, es geht schneller.“ Zum Vergleich: Im Jahr 2017 habe dieser Check bis zum Vorliegen des Prüfergebnisses nur vier bis sechs Wochen in Anspruch genommen.

Spätere Öffnung nicht
aus Spargründen

Auch der Gedanke, dass der spätere Eröffnungstermin des Mühldorfer Hallenbades auch etwas mit dem allgegenwärtigen Thema Energieeinsparung zu tun, liegt momentan nahe.

„Die Verzögerung hat definitiv nichts mit der Energieeinsparverordnung zu tun“, stellt Lehmann auf diese Nachfrage fest. „Unsere klare Devise lautet: Wir sperren auf! Wir wollen den Menschen das Schwimmen ermöglichen. Die Kinder sollen im Hallenbad schwimmen lernen können.“ Das Bad sei vormittags immer gut mit Schulklassen und abends mit Vereinen ausgelastet.

Lehmann nennt die Maßnahmen, mit denen – abgesehen von der längst erfolgten Umstellung der Beleuchtung auf LED – die Stadtwerke beim Hallenbad Energie einsparen wollen: „Die Wassertemperatur wird von bisher 28,5 Grad auf 27 Grad reduziert und der Warmbadetag am Sonntag mit über 30 Grad warmem Wasser wird gestrichen.“ Die Sauna soll zu einem späteren Termin als das Bad öffnen.

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