Maitenbeth – Nach einem bewegten, aber bis ins hohe Alter hinein erfüllten Leben wurde die im Alter von 94 Jahren verstorbene Maria Rappolder, vielen auch unter dem Vornamen Rietsch bekannt, auf dem Maitenbether Kirchenfriedhof zu Grabe getragen. Pfarrer Marek Kalinka zelebrierte die Trauerfeierlichkeiten, Rosa Obermaier begleitete sie gesanglich.
Maria Rappolder, geborene Schneider, wurde am 9. März 1928 in Thein im Sudetenland auf einem kleinen Anwesen geboren und hat dort zusammen mit drei Brüdern eine glückliche Kinder- und Jugendzeit verbracht. 1945 musste sie im Alter von 17 Jahren zum Arbeitsdienst in der Tschechoslowakei und konnte so eine Ausbildung zur Schneiderin nicht abschließen.
Im Juni 1946 wurde sie mit ihrer Familie aus ihrer Heimat vertrieben und ist in Maitenbeth gelandet, wo sie zunächst im alten Schulhaus untergekommen ist. Zwei Jahre später ist sie auf das Randl-Anwesen nach Eßbaum umgezogen und hat anschließend zehn Jahre im Forst gearbeitet und mitverdient.
Diese Zeit war für sie nicht leicht, aber durch den Zusammenhalt in der Familie ist Maitenbeth zu ihrer zweiten Heimat geworden.
1957 hat sie Korbinian Rappolder aus Siebenhart in Maitenbeth geheiratet und mit ihm zusammen in Eßbaum ein Eigenheim gebaut.
Goldene Hochzeit 2007 gefeiert
Im Februar 1959 kam Tochter Elfriede zur Welt. 1980 wurde das Haus vergrößert und die Tochter und der Schwiegersohn sind mit eingezogen. Mit zwei Enkelkindern, die 1985 und 1988 geboren wurden, kam dann richtig Leben ins Haus. Mit ihnen hatte sie immer viel Spaß und hat ihnen jeden Wunsch von den Augen abgelesen.
2007 durfte sie noch die Goldene Hochzeit feiern, 2009 verstarb ihr Mann Korbinian. 2020 und 2021 kamen zwei Urenkel zur Welt, mit denen sie so oft es ging ihre Zeit verbrachte. Ihre größten Hobbys waren der Gemüsegarten und ihre Blumen.
Wenn es da nichts zu tun gab, hat sie leidenschaftlich gerne gestrickt oder die Familie bekocht und mit Kaffee und Kuchen versorgt. Ihre heimliche Leidenschaft war immer der Fußball und hier insbesondere der FC Bayern München, dessen Spiele sie bis zuletzt regelmäßig verfolgt hat.
Sie freute sich auch jedes Mal auf die Seniorennachmittage, wo sie unter die Leute gekommen ist und sich unterhalten konnte. Das Wichtigste in ihrem Leben aber waren immer Familie und Freunde.
Den Kontakt zu ihren Brüdern ließ sie bis zu deren Tod nie abreißen. Ihren Lebensabend hat sie bis zum Schluss bei ihrer Familie verbracht, wo sie am 16. September auch friedlich eingeschlafen ist. Lorenz Richterstetter