Naturschutz auch in Krisenzeiten

von Redaktion

Neue Regional-Geschäftsstelle des Landesbund für Vogelschutz eingeweiht

Wiesmühl/Engelsberg – Viele geladene Gäste fanden sich in der Regional-Geschäftsstelle des Landesbund für Vogelschutz (LBV) in Wiesmühl/Alz ein, um die neuen Räume offiziell ihrer Nutzung zuzuführen und einzuweihen. Gegenüber dem mittlerweile weit bekannten Umweltgarten in Wiesmühl befinden sich nun die neuen, hellen Räume, in denen sich die Regional-Geschäftsstelle und die LBV-Umweltstation befinden.

Angebote
sind umfangreich

„In den vergangenen 20 Jahren sind wir dreimal umgezogen, haben uns ständig weiterentwickelt, woran man sieht, wie viel Stellenwert der LBV mittlerweile hat und wie viel Engagement dahintersteht“, sagte Geschäftsstellenleiterin Sabine Pröls.

Im Jahr 2006 ist die Geschäftsstelle von Traunstein nach Wiesmühl gezogen, 2019 wurden die Bildungseinrichtungen Umweltgarten und Naturpavillon Übersee zur Umweltstation ernannt. Die Kreisgruppen wurden auch immer aktiver, und vor allem viele junge Leute engagieren sich mittlerweile im LBV. Die Räume wurden zu klein, und man war froh, gegenüber dem Umweltgarten ein neues Domizil gefunden zu haben.

Engelsbergs Bürgermeister Martin Lackner gratulierte zu den neuen Geschäftsräumen. Die Entwicklung des LBV in Wiesmühl sei enorm gewesen und wirke sich positiv für die Gemeinde Engelsberg aus.

Der stellvertretende Landrat des Landkreises Traunstein, Karl Schleid überbrachte seine Grußworte auch im Namen der Landkreise Altötting und Mühldorf. Das persönliche Wohl ist eng verbunden mit dem Wohl der Umwelt, deshalb sei Umweltschutz eines der Kernthemen der Gesellschaft. Ein respektvoller Umgang mit Natur und Tieren sei sehr wichtig.

Nach zwei Jahren CoronaPause waren die Anfragen vonseiten der Schulen, Kindergärten, Vereine, Betriebe und Ferienprogrammteams sehr groß, sodass in dieser Saison fast 300 Veranstaltungen durchgeführt werden konnten.

Der LBV, so Vorsitzender Dr. Norbert Schäffer, hat inzwischen bayernweit 300 Angestellte und 30 Geschäftsstellen. Das zeige den hohen Stellenwert, den Umwelt- und Naturschutz in der Gesellschaft haben. Dabei seien wissenschaftliche Erkenntnisse die Basis für den LBV. Diese Entwicklung hätten seine Vorgänger bereits erarbeitet. Ein großer Meilenstein war das Volksbegehren „Rettet die Bienen“. Die Landwirtschaft trage zwar die Hauptlast aus den daraus entstandenen gesetzlichen Änderungen, aber man sei weitergekommen im Naturschutz.

Deutschland braucht
mehr Brachflächen

Das Ziel, einen Biotop-Verbund zu schaffen, sei derzeit das Thema, welches in Angriff genommen werden muss. Die Menschen haben sich während Corona mit der heimischen Natur sogar mehr beschäftigt, wovon diese profitiert habe.

Weiter fordert der LBV Brachflächen als Rückzugsgebiete für bedrohte Tier- und Pflanzenarten. Vier Prozent Brachfläche in Deutschland sei zu wenig, zehn Prozent wäre erstrebenswert. Zu viel Fläche werde für Futtermittel und Biogas verwendet. Der Naturschutz dürfe in Krisenzeiten nicht hinten angestellt werden.

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