„Dürfen uns nicht entmutigen lassen“

von Redaktion

Rückblick auf das „Kiebitzschutz-Projekt“ – Weniger Exemplare aus Südeuropa

Stefanskirchen – Esther Lindner ist beim Landschaftspflegeverband die Koordinatorin für das Kiebitz-Schutzprojekt. Bei der alljährlichen Abschlussveranstaltung im Gasthaus Stoiber zog sie eine Bilanz des Kiebitzschutzes für 2022. Dabei bedauerte sie unter anderem, dass in diesem Jahr weniger Kiebitze aus Südeuropa zurückgekehrt sind.

Ampfings Bürgermeister Josef Grundner lobte die Kooperation von Landschaftspflegeverband, Landesbund für Vogelschutz, Bauernverband, die Stiftung Wildland und Untere Naturschutzbehörde. „Sie entwickeln zusammen Ideen, wie man den Kiebitz schützen kann.“

Zusammenarbeit
mit den Bauern

Günter Weitzer vom Landesbund für Vogelschutz stellte fest, dass der Kiebitz als Wiesenbrüter nach wie vor bedroht ist: „Die Brutgebiete der Wiesenbrüter müssen weiter geschützt und die Zusammenarbeit mit den Bauern muss gesucht werden. Das Kiebitz-Schutzprojekt ist ein Vorzeigeprojekt“. Ulrich Niederschweiberer, dem Kreisobmann des Bauernverbands, lag der Kiebitzschutz immer am Herzen: „Wir vom Bauernverband werben bei den Landwirten, dass sie Flächen für den Kiebitzschutz zur Verfügung stellen. Auch wenn die Ergebnisse einmal nicht so gut wie sonst sind, darf man sich nicht entmutigen lassen.“

Im Anschluss stellte Esther Lindner die Ergebnisse des Kiebitzschutzes im Jahr 2022 vor. Wie üblich wurden die auf Ackerflächen entdeckten Kiebitzgelege durch Holzstäbe markiert. „Im Landkreis Mühldorf waren 16 ehrenamtliche Helfer im Einsatz“, so Lindner. An 21 Standorten wurden mobile Kiebitztafeln aufgestellt.

Neu war die Einzäunung von Brutflächen mit Elektrozäunen auf Flächen von 30 mal 30 Metern, was sich positiv auswirkte. Wie im Landkreis Rosenheim schwebt Esther Linder der Aufbau eines „Zaunteams“ vor, das sich um Auf- und Abbau und Betreuung der Elektrozäune kümmert.

Sie bedauerte, dass in diesem Jahr weniger Kiebitze aus Südeuropa zurückgekehrt sind. Dies wurde auch in den Nachbarlandkreisen beobachtet. Die Ursachen seien unklar, es könne sich um natürliches Sterben oder durch Abschuss in Südeuropa erklären.

Was sich auch negativ in der Statistik bemerkbar macht, sind Gelegeverluste. Die sich am Boden befindlichen Nester und die darin liegenden Eier sind oft leichte Beute für Füchse oder Marder.

Manche Nester werden auch von den Kiebitzen aufgegeben, wenn zum Beispiel der Mais auf einem Acker zu hoch gewachsen ist.

Eine Nestprämie bekamen die Landwirte Adolf Bauer aus Buchbach und Anton Linner aus Oberneukirchen, der für Kiebitze eine Fläche in Gaymoos zur Verfügung gestellt hatte. Am erfolgreichsten waren die Gemeinden Mettenheim und Ampfing.

Bei der Nestprämie bekommt ein Landwirt für jedes Nest mit Schlupferfolg 50 Euro sowie die Plakette als „kiebitzfreundlicher Betrieb“. Das Geld wird zur Hälfte vom Landkreis bereitgestellt und zur anderen Hälfte von der Gemeinde, in der sich das Nest befindet.

Die Nestprämie ist als Anerkennung des zusätzlichen Aufwands gedacht, den der Landwirt hat, wenn er das markierte Nest bei der Bewirtschaftung umfahren beziehungsweise beim Spritzen aussparen muss. Auch hat er auf dieser Fläche einen gewissen Ertragsausfall.

Jungvögel sollen
2023 markiert werden

Ein neues Vorhaben für 2023 ist für Esther Lindner, dass Jungvögel mit farbigen Ringen markiert werden. Dann kann man bessere Erkenntnisse gewinnen, wie sich die Kiebitze bewegen.

Es bleibt also auch in Zukunft viel zu tun, um den Kiebitz zu schützen. Wer Esther Lindner dabei unterstützen will, der kann sich bei ihr unter e.lindner@lpv-muehldorf.de melden.

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