Straßen entlasten bei Starkregen

von Redaktion

Simulation für geplantes Baugebiet Allersheim zeigt wichtige Fließwege auf

Schwindegg – Was passiert in einem Baugebiet, das an einem Hang entstehen soll, wenn es fürchterlich regnet? Das wollte auch der Gemeinderat wissen und hat die Erstellung einer Starkregensimulation für das geplante Baugebiet Allersheim beschlossen.

Das Ingenieurbüro Behringer hat die Ergebnisse der Simulation im Gemeinderat vorgestellt. Zusammenfassend kann gesagt werden, dass die Fließwege des Regenwassers Anpassungen für die Bauleitplanung notwendig machen. Damit könne das anfallende Wasser schadlos durch das Baugebiet geleitet werden.

Wasser soll
geleitet werden

Im Wesentlichen wird dazu der öffentliche Straßenbereich genutzt, der als stilisiertes V-Profil ausgebildet wird. Neben dem öffentlichen Straßenbereich seien aber auch Notwasserwege auf den Parzellen notwendig. Ursprünglich wurde ein Rückhaltebecken angedacht. Es sind aber bereits natürliche Geländesenken vorhanden, die sich vor dem Eintritt in den Ornaubach füllen.

Parallel zur Erstellung der Starkregensimulation hat die Gemeindeverwaltung die Behörden um eine Stellungnahme zu dem Bebauungsplan gebeten und diesen öffentlich ausgelegt, sodass auch Bürger reagieren konnten. 18 Behörden haben keine Stellungnahme abgegeben. Der Gemeinderat geht hier davon aus, dass sie damit den Planungen zustimmen.

Die Regierung von Oberbayern wies darauf hin, dass der Flächenverbrauch reduziert und vorhandene Potenziale genutzt werden sollten. In ihrer Abwägung wies die Gemeinde aber auf den steigenden Bedarf hin. 180 Bauwerber hätten sich aktuell auf der Liste eintragen lassen, davon alleine 59 Bauwerber aus Schwindegg.

Bei 47 geplanten Bauparzellen bekäme damit nicht einmal jeder Bauwerber aus Schwindegg eine Parzelle, und die Gemeinde werde in Zukunft weiter wachsen.

Auf die Bestandsgebiete habe die Gemeinde keinen Zugriff. Die Eigentümer würden aber ohnehin von sich aus nachverdichten. Flächen in Bahnhofsnähe, wie von der Regierung von Oberbayern gefordert, stünden derzeit nicht zur Verfügung.

In Sachen Klimaschutz bat die Regierung von Oberbayern zu prüfen, ob es eine klimaschonende Vernetzung zwischen Baugebiet und Ortskern gäbe. Die Gemeinde stellte dar, es gäbe einen Gehweg über den Ornaubach, Fahrgemeinschaften zum Bahnhof könnten gegründet werden und es gäbe verschiedene Elektroladesäulen im Ort.

Dem Hinweis der Regierung auf Hochwasserschutz konnte mit dem Verweis auf die Hochwassersimulation begegnet werden. Weiter sollten landwirtschaftliche Flächen erhalten werden. Die Gemeinde konnte die geforderten Ausgleichsflächen nachweisen und argumentierte, es gelte auch, die Rahmenbedingungen zu schaffen, um den Wohn- und Arbeitsbedingungen der Bevölkerung nachzukommen, sozial stabile Bewohnerstrukturen zu erhalten und einer Abwanderung der jungen Bevölkerung entgegenzuwirken.

Die Stelle für Naturschutz und Landschaftspflege des Landratsamtes verwies auf die Verpflichtung, wasserdurchlässige Beläge im Bereich von Zufahrten zu verwenden. Der Gemeinderat stimmte dem einstimmig zu. Das Wasserwirtschaftsamt Rosenheim riet zu einer wassersensiblen Bauleit- und Gebäudeplanung wegen dauerhaft möglicher Starkregenrisiken. Der Gemeinderat verwies hier ebenfalls auf die Ergebnisse der Starkregensimulation.

Die Hinweise des Bund Naturschutz wurden unter „Hinweise“ in den Bebauungsplan aufgenommen. Kies- und Steinflächen werden verboten, so der einstimmige Beschluss des Gemeinderats.

Altlasten
einer Mülldeponie

Zwei Bürger hatten Anregungen vorgebracht. Günther Weitzer erkundigte sich nach den Untersuchungen auf das Vorkommen geschützter Arten.

Der Gemeinderat beschloss einstimmig, dass die Ergebnisse zur nächsten Auslegung vorliegen sollen. Die Faktoren werden mit der Unteren Naturschutzbehörde festgelegt. Auch bat Günther Weitzer um Aufklärung über die Altlasten einer Mülldeponie im Bereich des Baugebietes. Bei den erwähnten Altlasten handelt es sich um eine alte Hausmülldeponie.

Elke Rausch bat um Klärung von Begriffen wie autochthone, also einheimische, Pflanzen, damit die Vorgaben auch umgesetzt werden können.

Im Anschluss billigte der Gemeinderat den aktuellen Entwurf des Bebauungsplans. Im nächsten Verfahrensschritt wird der Entwurf nun erneut ausgelegt und die Träger öffentlicher Belange unterrichtet.

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