Polling – Das Ehrenamt ist wichtig, das wird von Politikern jeglicher Couleur immer wieder betont. Ohne Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren, könnten zahlreiche Leistungen nicht angeboten werden. Das gilt beispielsweise auch für Feuerwehrmänner und -frauen.
Wenn junge Bürger aber keine Möglichkeit haben, sich vor Ort niederzulassen, dann ist der Fortbestand von Vereinen oder Organisationen schon einmal gefährdet. Diese Gefahr sieht beispielsweise Florian Bachmann, der Kommandant der Feuerwehr Forsting.
„Wenn unsere jungen Kameradinnen und Kameraden nicht die Möglichkeit haben, hier in Forsting sesshaft zu werden, werden wir in Zukunft bei der Feuerwehr Personalprobleme bekommen“, befürchtet er. Er selbst steht vor einer ähnlichen Situation.
Kann der Kommandant bleiben
Zweiter Bürgermeister Andreas Maierhofer (CSU) hat sich dieses Problems angenommen und eine Satzungsänderung für Forsting Nord im Gemeinderat beantragt. Dabei ging es ihm darum, in diesem Gebiet die Möglichkeit zu schaffen, in Einzelfällen den Bau eines Wohnhauses zu ermöglichen.
Im aktuell vorliegenden Fall betreffe dies den Kommandanten der Feuerwehr Forsting, Florian Bachmann, der auf dem an sein Elternhaus angrenzenden Grundstück ein Eigenheim bauen möchte, so Maierhofer.
„Ich möchte einfach in Forsting für unsere jungen Leute eine Perspektive schaffen, damit sie hierbleiben können“, richtete Maierhofer einen Appell an seine Kollegen und an Bürgermeister Lorenz Kronberger (UWG).
Der Bürgermeister erachtete es aber als schwierig bis nicht möglich, hier Baurecht zu erlangen: „Hier sind der Planungshoheit der Gemeinde ganz klare Grenzen gesetzt“, sagte der Bürgermeister, auch wenn er es sich von Herzen anders wünschen würde.
Florian Bachmann will auf dem an sein Elternhaus grenzendes Grundstück ein Eigenheim bauen. Er hat auch schon die Zusage des Besitzers, dass er ihm dieses Grundstück verkauft, wenn das Baurecht kommt. Diese Möglichkeit, sich im Heimatort ein Eigenheim zu schaffen, sieht Bachmann auch als Grundlage für den Fortbestand der Feuerwehr: „Der demografische Wandel hat bei uns schon Einzug gehalten. Wenn dann unsere jungen Kameradinnen und Kameraden nicht die Möglichkeit haben, hier in Forsting sesshaft zu werden, werden wir in Zukunft bei der Feuerwehr Personalprobleme bekommen“, befürchtet er.
Landratsamt Mühldorf winkt ab
Noch am Sitzungstag sei, so Bürgermeister Kronberger, eine ablehnende Antwort auf eine Anfrage beim Landratsamt in der Gemeinde eingetroffen.
Insofern sei auch zu beachten, dass bei einer Zustimmung zur Satzungsänderung noch nichts passiere, wenn aber danach Planungskosten entstünden, könnten dem Gemeinderat Regressforderungen drohen: „Da will ich keinen ins offene Messer laufen lassen, wenn ich selbst schon Bedenken hab“, erklärte Kronberger sein ablehnendes Verhalten in der Angelegenheit. Barbara Kronberger (UWG) machte den Vorschlag, eine Alternative zu suchen, indem sich der Bauwillige um einen Bauplatz in der Gemeinde bewerbe.
Für Stefan Mooshuber (CSU) stand die Unterstützung des ehrenamtlich tätigen Kommandanten außer Frage: „Wir möchten doch alle, dass ihm das Bauen dort ermöglicht wird.“ Robert Wimmer (FW) verwies auf den Vorteil, den Mehrgenerationenhäuser mit sich bringen. Sei es, dass die Großeltern auf die Kinder aufpassen, während die Eltern in der Arbeit sind, oder dass sich die Jungen um die Alten kümmern.
Andreas Maierhofer forderte in Bezug auf die ablehnende Haltung, man müsse doch auch mal „den Kopf beim Fenster rausstrecken.“ Es mache ihn so unzufrieden, wenn man zusehen müsse, wie die jungen Leute alle abwandern. Und er forderte noch einmal, es zumindest zu versuchen und den Beschluss zu fassen.
Dem Beschlussvorschlag auf Satzungsänderung stimmten schließlich 15 Mitglieder des Gremiums zu, zwei votierten dagegen.