Das Abwasser macht Probleme

von Redaktion

Mehrere Varianten gibt es zur Sanierung und Erweiterung der Kläranlage Deinbach im Gemeindegebiet von Lohkirchen. Sie sind das Ergebnis einer Machbarkeitsstudie, welche die Gemeinde in Auftrag gegeben hatte. Der Gemeinderat hatte nun zu entscheiden, welche Lösung er favorisiert.

Lohkirchen – Die Steinbacher Consult hatte sich im Rahmen dieser Machbarkeitsstudie mit der Sanierung und Erweiterung der Kläranlage Deinbach beschäftigt. Das Ergebnis der Machbarkeitsstudie wurde dem Gemeinderat Lohkirchen in dessen jüngster Sitzung vorgestellt und das weitere Vorgehen diskutiert.

Drei Varianten
zur Auswahl

Insgesamt gibt es drei Varianten. Lösung eins hat die Ertüchtigung und Erweiterung der Kläranlage Deinbach zum Inhalt. Als zweite Lösung wurde die Auflassung der Kläranlage Deinbach in den Raum geworfen und stattdessen eine Erweiterung der Kläranlage Brodfurth angeregt.

Und als dritte Variante käme auch der Bau einer Pumpstation in Lohkirchen infrage. Ein Teil des Abwassers aus dem Einzugsgebiet der Kläranlage Deinbach könnte dann nach Brodfurth geleitet werden. Damit verbunden wäre die Erweiterung der Kläranlage in Brodfurth und eine Ertüchtigung der Kläranlage in Deinbach.

Die Verwaltung hat die Varianten geprüft. Dabei stellte sich heraus: Bereits in der Investition und noch deutlicher in den laufenden Unterhaltskosten ist die Lösung eins die wirtschaftlichste Lösung. Ein Vergleich der Projektbarkostenwerte im Betrachtungszeitraum von 60 Jahren ergibt folgende Beträge: Eine Erweiterung der Kläranlage in Deinbach würde etwas mehr als 3,9 Millionen Euro kosten. Lösung Nummer zwei mit Anschluss und Erweiterung der Kläranlage in Brodfurth käme auf rund 7,3 Millionen Euro. Und die Kombilösung von Deinbach und Brodfurth, wie in Variante III vorgeschlagen, würde beinahe 6,3 Millionen Euro an Kosten verursachen.

Als problematisch gilt allerdings, dass das Wasserwirtschaftsamt Rosenheim über die Richtlinien hinaus höhere Anforderungen an die Reinigungsleistung fordert, als in der Machbarkeitsstudie angegeben. Mit der gewählten Lösung könne zwar durch Schlammrückführung in das Vorklärbecken eine (ungesteuerte) Denitrifikation erreicht werden. Allerdings fordert das Wasserwirtschaftsamt Rosenheim eine gesteuerte Denitrifikation, die nur mit einer eigenen Denitrifikationsstufe erreicht werden kann.

Dies ändert zwar nach Ansicht der Verwaltung nichts an der Reihenfolge der betrachteten Varianten, bedeutet aber, dass spätestens bei der Ausschreibung der Scheibentauchkörper einer SBR-Anlage (Sequencing-Batch-Reactor) gegenüber gestellt werden müsse – und das ist mit Mehrkosten verbunden. Die Rede ist von mindestens 150000 Euro zusätzlich.

Eine überschlägige Kalkulation der Abwassergebühren hat ergeben, dass diese bei Durchführung der Planungen um etwa 1,30 Euro pro Kubikmeter Abwasser steigen müssen. Es handelt sich dabei aber noch um eine mit großen Unsicherheiten versehene Zahl, betonte der Geschäftsstellenleiter der Verwaltungsgemeinschaft Oberbergkirchen, Georg Obermaier, der auch von einem Gespräch mit dem Wasserwirtschaftsamt Rosenheim berichtete. Er stellte die Frage, ob es möglich sei, die Sanierung und Erweiterung in Bauabschnitte aufzuteilen, um die Belastung für die Gebührenzahler zu reduzieren. Eine Antwort steht noch aus, aber dennoch soll nach Meinung des Gemeinderates Lohkirchen dies angestrebt werden.

Das Wasserwirtschaftsamt hat in dem Gespräch die Forderung nach einer gesteuerten Denitrifikation damit begründet, dass Einleitungen von gereinigtem Abwasser in Gewässer nach Möglichkeit gar nicht mehr genehmigt werden sollen, weshalb die höheren Auflagen gerechtfertigt seien. Für die Gemeinde bedeutet dies nach Ansicht Obermaiers ein gewisses Risiko, da nicht sicher sei, dass die dann sanierte Kläranlage in 20 Jahren nach Auslaufen der wasserrechtlichen Erlaubnis noch so betrieben werden darf.

Angesichts der massiv höheren Kosten für die anderen Varianten habe die Gemeinde derzeit aber nur beschränkten Entscheidungsspielraum.

Einstimmig für
Variante eins

Der Gemeinderat hat die Machbarkeitsstudie der Steinbacher-Consult Ingenieurgesellschaft für die Sanierung und Erweiterung der Kläranlage Deinbach zur Kenntnis genommen. Ferner hat man sich einstimmig (8:0) dafür ausgesprochen, dass die Variante 1 angestrebt werden soll. Zudem soll eine Aufteilung in Bauabschnitte angestrebt werden. Des Weiteren ist auch dafür ein Zuwendungsantrag zu stellen. Für die weiteren Planungsleistungen sollen Angebote eingeholt werden.

Bürgermeister Siegfried Schick (UWG) wurde beauftragt und ermächtigt nach Wertung der Angebote den Auftrag für die Stellung des Zuwendungsantrages sofort zu erteilen. Auch diese Entscheidungen fielen allesamt einstimmig.

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