Burghausen – Hoher Praxisbezug, enger Kontakt zur Wirtschaft und bessere Betreuung durch kleine Gruppengrößen: Das sind Argumente, die für ein Studium an einer privaten Hochschule oder Universität sprechen würden.
Für Patricia Schuth (22) aus Polling und Patrick Franzke (20) aus Untertürken, die seit Oktober 2022 am Campus Burghausen studieren, ist aber klar, dass ihr Studium mit dem an einer Privat-Uni vergleichbar ist. Die beiden befinden sich im zweiten Semester und haben erst kürzlich das Dr.- Langhammer-Stipendium erhalten.
Vorteile durch
Nähe zur Familie
Patrick hat sich nach seinem Abi am Tassilo-Gymnasium in Simbach für ein Bachelor-Studium in „Prozessautomatisierungstechnik“ entschieden. „Das ist ein Studiengang, den es sonst nirgendwo anders gibt“, sagt er.
Die Inhalte sind eine Mischung aus Informatik, Elektrotechnik und Chemie-Ingenieurwesen – die Dozenten stammen aus der Wirtschaft und das Studium glänzt durch einen starken Praxisbezug. Jede Woche gibt es Tage, wo die Studierenden im Hochschullabor im BBIW arbeiten. Programmieren, Mathematik, Anlagenbau und Verfahrenstechnik: Patrick wird praktisch und akademisch an die Hand genommen und ausgebildet. Seine „Klasse“ besteht aktuell aus drei Studenten. Überfüllte Hörsäle? Fehlanzeige.
Patricia begann nach ihrem Abitur am Ruperti-Gymnasium in Mühldorf eine Ausbildung zur Chemielaborantin bei InfraServ. Nach einem Jahr als Mitarbeiterin bei Vinnolit entschied sie sich für den Bachelorstudiengang „Chemieingenieurwesen“. Auf ihrem Vorlesungsplan stehen Chemie, Mathematik, Verfahrens- und Regelungstechnik, Mess-, Prozessleit- und Steuerungstechnik: Der Studiengang ist also auch sehr praxisnah. In ihrer „Klasse“ befinden sich aktuell acht Studierende. Durch ihre Ausbildungs- und Arbeitsstelle musste Patricia bereits ein paar Mal umziehen und weiß, was es heißt, wenn man sich neben dem Vollzeitjob um einen Haushalt kümmern muss. Aktuell wohnt sie wieder bei den Eltern: ein klarer Vorteil während anstrengender Prüfungsphasen. Auch Patrick weiß das Leben im Elternhaus zu schätzen: So bleibt neben dem Studium sogar noch Zeit für sein Hobby Fußball.
Da für die beiden Studenten am Campus Burghausen keine Gebühren anfallen, und beide in ihrem Elternhaus leben, fällt für die beiden kaum finanzieller Druck an – und dennoch arbeiten beide nebenher: Patricia als Servicekraft in einem Restaurant und Patrick in einem Getränkemarkt. Beide sind sich einig, dass nur ein flexibler Nebenjob Sinn macht.
Finanzielle
Unterstützung
Gegenüber Studenten an Privat-Unis, die mindestens 500 Euro Studiengebühren pro Monat zahlen müssen, sind sie klar im Vorteil, und weil sie erst kürzlich das Dr.-Langhammer-Stipendium der InfraServ Gendorf erhalten haben, bekommen sie noch eine zusätzliche finanzielle Unterstützung.
Wenn Patrick und Patricia ihren Bachelor abgeschlossen haben, überlegen beide, eventuell ein Master-Studium anzuhängen. Aber auch wenn sie sich bis dahin für eine Anstellung entschieden haben: Das Chemiedreieck wird die beiden auch als Bachelor mit offenen Armen begrüßen.