Eine notwendige Dosis Lebensfreude

von Redaktion

45 Jahre Garser „Gospel-Train“

Gars – Zur Feier des 45-jährigen Bestehens des bekannten „Gospel-Train“ hatten Musiker und Sänger an den Ort eingeladen, an dem „der Zug“ erstmals seinen „Bahnhof“, das Gymnasium Gars verließ.

Schon früh besetzte eine kundige Fangemeinde die große Aula bis auf den letzten Platz. Das Gefühl, neben all den ehemaligen Gymnasiasten und Lehrern, Freundeskreisen und offenbar langjährigen Kennern des Gospelchores ein Außenstehender zu sein, verflog spätestens dann, als die mit ganzem Stimm- und Körpereinsatz agierenden Sänger und Musiker den Raum mit ihren mitreißenden Rhythmen füllten.

Feuerwerk an
Temperament

In wohl gesetzter Dramaturgie traten Instrumentalisten und Chor aus dem Dunkel auf die mit professioneller Lichttechnik versehene Bühne. Ein Feuerwerk an Temperament und guter Laune entfachten die knapp 40 Sängerinnen und Sänger sowie die Instrumentalisten an Saxofon, Posaune, Trompeten, E-Bass, Percussion, Orgel und Klavier sowie an afrikanischen Trommeln. Schon mit dem ersten Song „Lovely Day“ sprang der Funke über, die Akteure wurden von begeistertem Applaus von Stück zu Stück getragen und genossen sichtlich den Jubiläumsauftritt in ihrer „homebase“, wie die Moderatorin Maria Stöckl anmerkte.

Sie verstand es, die vergangenen Jahre in fröhlichem Plauderton lebendig werden zu lassen und überaus kurzweilig durch den Abend zu führen. Dabei kamen 45 Jahre erfolgreiches Singen und Musizieren in den Blick, ebenso Chorreisen, Konzerte und die Produktion von Schallplatten und CDs, sodass den Hörern die Bedeutung des Gospel-Train als regionale kulturelle Institution bewusst wurde.

Schon seit 40 Jahren
Mitglieder

Stöckl wies darauf hin, dass einige Chormitglieder schon 40 Jahre dabei seien, dass schon Eltern mit ihren Kindern gemeinsam auf der Bühne standen, und augenzwinkernd merkte sie an, dass sich in den Chorproben mittlerweile Lesebrillen wachsender Beliebtheit erfreuten. Im Übrigen seien Freundschaften fürs Leben entstanden, Paare hätten sich gefunden und man habe miteinander gefeiert, geweint und getrauert. Aus gegebenem Anlass ging sie auch auf die früheren Chorleiter ein, denen sie große Wertschätzung entgegenbrachte.

1978 hatte Manfred Eisele, einst Lehrer des Gymnasiums, den Chor gegründet und 20 Jahre lang geleitet. „Chorleiter, Pianist, Lokführer, Weichensteller und Papa des Gospel-Train“ in einem sei er gewesen. Ihm folgte Michael Gäßl nach, der ebenfalls 20 Jahre lang als Leiter und Solist wirkte und jetzt den „Austrags-Klavierhocker“ einnehme.

Musikalische Leitung
übernommen

Vor fünf Jahren habe dann der junge Tobias Schmidhuber die musikalische Leitung übernommen. Damit habe er aber erst mal ein Viertel seiner Aufgabe erfüllt, ergänzte sie schmunzelnd. In einem lockeren Reigen kamen 23 Songs aus dem bewährten Repertoire des Chors, aber auch vom Gründer Manfred Eisele und vom gegenwärtigen Chorleiter neu arrangierte Songs zu Gehör, zum Beispiel Spirituals und Gospels wie „Jesus is the lover of my soul“, „I love the Lord“, „Wade in the water“, „I want Jesus to walk with me“ oder „We’ll fly you to the promised land“.

Voller Bewunderung für die „alten Nummern“ Eiseles, die er „sehr, sehr geil“ finde, sei Tobias, der junge neue Chorleiter, teilte die Moderatorin dem sichtlich amüsierten Publikum mit. Besondere Erwähnung fand auch Stefan Christofori (E-Bass), Lehrer am Gymnasium und langjährig Mitwirkender, der Konzerte und Proben, die mittlerweile im neuen Gebäude der Schule stattfänden, immer perfekt organisiere.

Michael Gäßl
übernimmt

Zum an Höhepunkten nicht armen Konzert gehörte es sicherlich, als Michael Gäßl noch einmal seinen früheren Part als barfüßig-agiler Dirigent übernahm und auf dunkler Bühne die afrikanischen Repertoireklassiker „Shosholoza“, „Nkosi sikeleli Africa“ und ein vorweihnachtliches „Amezaliwa“ zu Gehör brachte. Im Publikum hielt es da kaum mehr jemanden auf dem Sitz, Jung und Alt bewegte sich schwungvoll zu afrikanischen Rhythmen. Nicht weniger als sieben Sängerinnen und Seniorchef Michael Gäßl hatten Soloauftritte, darunter auch im Duett. Besonders gewürdigt wurde dabei Gabi Loidl, stellvertretende musikalische Leiterin und Chormitglied seit 45 Jahren, die einmal mehr in zwei Soloauftritten überzeugte. Mit einem Gruß an die Witwe des verstorbenen Gründers leitete Stöckl zu getragenen Songs über, die Dank und Hoffnung ausdrückten. Manfred Eisele sei irgendwie noch da, er „lache, singe, spiele und stampfe“ immer noch mit seinem Chor und ermuntere zum Weitermachen. Fast überflüssig zu sagen, dass die Akteure nicht ohne zwei Zugaben von der Bühne gelassen wurden, der Beifall sprach für sich. Zum Ausklang und Abschluss des Konzerts erklang schließlich mit dem Song „Total Praise“ ein Dank an den, „der in unserer Musik auch sonst immer da ist und der uns Hoffnung schenkt, dass die nächsten 45 Jahre alles gut weitergeht“, stellte die Moderatorin zuversichtlich fest.

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