Waldkraiburg – Bei den Worten „Irish Spring“ denkt man sofort an eine wunderschöne Tierwelt, eine farbenprächtige blühende Landschaft mit saftig grünem Gras, weite Ozeane, frische Meeresluft, eine atemberaubende Naturschönheit und Schafe, die mit ihren kleinen Lämmern auf den endlosen Weideflächen grasen. Dazu milde Temperaturen und pure Lebensfreude. Doch auch wenn man selbst nicht die Möglichkeit hat, über eine saftig grüne Wiese zu tanzen, konnte man zumindest im Haus der Kultur einen Hauch Irischen Frühling erleben. Das ausverkaufte „Irish Spring Festival of Irish Folk Music“ machte es möglich.
Charmante Worte
zwischen der Musik
Moderatorin Deirdre Moynihan versprühte schon bei ihrer Begrüßung Fröhlichkeit. „Sie werden heute Abend feinste irische Folkmusic erleben. Wir zeigen ihnen, wie innovativ irische Musik ist“, sagte Moynihan mit ihrem irischen Akzent und versprach nicht zu viel. Als ersten Akt des Abends kündigte sie „Inni-K“ an. Die in Dublin lebende Sängerin und Songwriterin entführte das Publikum mit ihrer traditionellen irischen Musik auf die grüne Insel. „Ich spiele Geige, habe braune Haare und blaue Augen“, begrüßte sie das Publikum in gebrochenem Deutsch und sorgte damit schon automatisch für große Sympathien. Sie spricht kaum Deutsch, doch ein paar wenige Worte hatte sie gelernt, um ihr Publikum zu unterhalten.
Das gelang ihr nicht nur mit ihrem erfrischenden Humor, sondern ganz besonders auch mit ihrer fantastischen Musik. Fröhlich wurde es mit dem Lied „Cuc-a-neaindí“. Inni-K erzählte, dass Kinder dieses Lied so sehr lieben, weil sie so schön dazu tanzen können. Viele ihrer Songs stammen aus ihrem aktuellen Album „Iníon“. Eine bunte Mischung aus fröhlichen, langsamen bis hin zu melancholischen Liedern, die überwiegend auf Gälisch gesungen werden.
Nach Inni-K sorgte Moderatorin, Sängerin und Violinistin Deirdre Moynihan mit ihrer Band „The Moynihans“ für Unterhaltung. Bei den Moynihans ist Musik nicht nur Leidenschaft, sondern auch Familiensache. Deirdres Bruder Diarmaid spielt Uilleann Pipes und Whistle. Für ihren Bruder Donncha stand Gitarrist Fabian Joyce auf der Bühne. Das Trio war bereits bei der Geburtsstunde des „Irish Spring Festival of Irish Folk Music“ im Jahr 2001 mit dabei und zählt zu den beliebtesten Irish Folk Music Bands. In Waldkraiburg präsentierten sie Songs aus ihrem Album „Black Brook“. Den Start machten sie mit dem melancholischen Song „Ard Uí Chuain“. Darin geht es um einen Mann, der seine Heimat verließ und diese schmerzlich vermisste. Es folgten Songs wie „Farewell, Farewell“, „Silent, Oh Moyle“ und „Lads Of Laois“.
Einen traurigen Hintergrund hat „Susanna Martin – The witch of Amesbury“, das auf einer wahren Begebenheit beruht. Susanna Martin lebte im 16. Jahrhundert und wurde Opfer der Hexenverfolgung in Salem. Der Song erzählt ihre Geschichte und ist ein Denkmal an ein düsteres Kapitel der Menschheitsgeschichte.
Bei so vielen musikalischen Genüssen durfte natürlich der Tanz nicht fehlen. Aneta Dortova verlieh der wunderbaren Musik mit ihrem traditionellen irischen Stepptanz und Sean-nós-Tanz eine ganz besondere Note.
Als dritte Band stand „3´Oh featuring Anne Brennan“ auf der Bühne. David Munelly (Akkordeon), Shane McGowans (Gitarre) und Shane Meehan (Fiddle) bekamen die Musik buchstäblich in die Wiege gelegt, was auch für Sängerin Anne Brennan gilt. Sie ist Teil der Band „The Brennan Sisters“, doch musikalisch zog es sie in allerlei Richtungen. Die wunderschöne Musik der Bands wurde mit zauberhaften Tänzen von Aneta Dortova untermalt.
Am Ende spielen
alle gemeinsam
Als Höhepunkt des Abends kamen alle Künstler gemeinsam auf die Bühne und sangen irische Folk Songs. Das Publikum klatschte vor Begeisterung und durfte sich über eine Zugabe freuen. Das irische Lebensgefühl schwappte auf die Besucher buchstäblich über. Und was natürlich zu einem typischen „Irish Spring Festival of Irish Folk Music“ nicht fehlen durfte, war der Irische Frühling. Den durften zwei glückliche Losgewinner sogar mit nach Hause nehmen. Ein Stückchen „Irischer Frühling“Seife“.