Mühldorf – Sting trifft a cappella. Dass ein Quartett unterschiedlicher Charaktere wunderbar harmonieren kann, das hat Niniwe kürzlich in Mühldorf gezeigt. Die vier Sängerinnen haben mit Songs von Sting und Police das Publikum im Haberkasten verzaubert.
Seit über 20 Jahren steht Niniwe auf der Bühne. Konzentriert beginnen alle vier Musikerinnen. Gospel und Soul, Pop – das sind ihre Stile, immer gefühlvoll. Oft singen sie im Chor. Abwechselnd gibt jede der Sängerinnen einmal die Melodie an, ausgeglichen übernehmen sie Gesang, Melodie und Beat. Ganz klar jedoch: Winnie Brückner ist der Lead der Truppe.
Weiblich im Kleid, burschikos mit Undercut zeigen die Musikerinnnen ihre Vielfalt. Albern oder selbstironisch wie manch männliche A-cappella-Gruppe sind die vier Damen auf keinen Fall. Und doch vermitteln sie eine fröhliche Stimmung.
Bilder entstehen, diverse Gefühle kommen auf. Bei „Why should I cry for you“ – ein Stück, das Sting nach dem Tod seines Vaters komponiert hat – fließen bei einigen Zuschauern Tränen. Im Echo heult der Wind um den einsamen Seemann, der nach Norden segelt.
Die Lieder haben Tiefgang, die lustige und fröhliche Anmoderation holt in die Realität zurück. Bei „Heavy cloud no rain“ lässt das Quartett gedanklich Mücken entstehen, es summt, brummt und sticht. Dann geht es um Liebe: mal wahnsinnig, mal rein. Mit dem Gesang umhüllen sie das Publikum. „Das geht voll rein“, berichtet eine Zuschauerin über „Queen of pain“.
Die verschiedenen Stimmungen machen den Abend sehr facettenreich. Nach der Pause zeigt sich noch einmal mehr, wie gut Frauen nicht nur stimmlich harmonieren. Mit Blickkontakt zueinander singen sie „I burn for you“ und zeigen ihre Authentizität. Zu „Mad about you“ tanzen sie, mit zahlreichen Wiederholungen von „Ding“ bringen sie das Publikum zum Lachen. Bravorufe und Pfiffe vor Begeisterung sorgen für zwei Zugaben. Als Zugabe singen sie eine Eigenkomposition, die nahezu zwei Jahrzehnte zählt.ahn