„Müssen uns als Personen der Freiheit begreifen“

von Redaktion

Sascha Schnürer spricht bei Gedenkfeier der Sudetendeutschen zum 4. März 1919

Waldkraiburg – Dieses Datum darf nicht in Vergessenheit geraten, als nach dem Ersten Weltkrieg das Sudetenland in das Hoheitsgebiet des tschechischen Staatsverbandes eingegliedert wurde.

Daran erinnerte auch in diesem Jahr die Sudetendeutsche Landsmannschaft Waldkraiburgs mit einer Gedenkfeier, zu der vor dem Mahnmal der Vertreibung auf dem Stadtplatz Vorsitzender Andreas Pawel Bürgermeister Robert Pötzsch, seinen Stellvertreter Anton Kindermann, Landrat Max Heimerl und Richard Fischer, Bundestagsabgeordnete Sandra Bubendorfer- Licht, Bezirksrätin Claudia Hausberger, Mitglieder des Stadtrats und Vertreter einiger Ortsverbände und Vereine begrüßen konnte.

Landtagsabgeordneter Sascha Schnürer, dessen Frau Bezug zum Ort Leskau im Egerland hat, verwies in seiner Gedenkrede auf die blutige Unterdrückung durch tschechisches Militär, der in sechs Städten 54 Sudetendeutsche zum Opfer fielen.

„Von George Santayana stammt der Ausspruch ‚Wer sich nicht an Vergangenes erinnert, ist dazu verdammt, es zu wiederholen.‘ Deshalb sind wir verpflichtet, gegen das Vergessen deutliche Zeichen zu setzen, denn leider lernt man immer wieder nichts aus der Geschichte. Das Recht auf Selbstbestimmung wurde den Sudetendeutschen erneut nach dem Münchner Abkommen 1938 genommen. Wir müssen uns als ‚Personen der Freiheit‘ begreifen, so wie es die Menschen in der damaligen DDR am 17. Juni 1953 getan haben. Nur der Dialog, die Mahnung zum Frieden macht Aussöhnung möglich.“ Zu den gesenkten Fahnen der Heimatvereine intonierte die Egerländer Trachtenkapelle, die den Festakt musikalisch umrahmte, „Ich bete an die Macht der Liebe“ des St. Petersburger Komponisten Bortnjanski als Ausklang der beeindruckenden Feier.fis

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