Neumarkt-St. Veit – Es war einerseits die Generalprobe für das Musikabitur der Vilsbiburger Absolventen. Dann war es auch das immer wiederkehrende Benefizkonzert der Musiklehrerin Utami, die auf diese Art die SOS-Kinderdörfer schon jahrzehntelang mit Spenden unterstützt. Und zuletzt war es für alle auch der musikalische Höhepunkt, mit dem im Herzoglichen Kasten ein neues Kulturprogramm beginnt.
Die jungen Nachwuchsmusiker spielten auf technisch hohem Niveau unterschiedliche Genres zwischen Barock und Moderne, wobei auch Namen von zeitgenössischen Komponisten auftauchten, deren Werke erstmals in der Rottstadt zu Gehör kamen.
Zwei Pianistinnen trugen in diesem Frühabendkonzert kurze Werke des italienischen Komponisten Ludovico Einaudi am Flügel vor. Maxi Schandl brillierte mit schneller Fingertechnik und dennoch ausdrucksvoll mit dem neoklassischen Stück „Experience“, während Emma Eiblsgruber das getragene Stück „I gioni“ mit seinen schweren Harmonien meisterlich beherrschte. Wie bei allen Vortragenden des Konzerts saßen die De- und Crescendi auf die Noten genau.
Utamis Konzerte erfreuen auch durch die Abwechslung an Instrumenten. So glänzte schon sehr früh Ursi Unterreithmeier mit dem zweiten Satz aus J.S. Bachs Sonate D-Dur am Cello. Es war auch eine Freude zu sehen, mit welcher Geschwindigkeit und Treffsicherheit die Hand und die Finger über das Griffbrett flogen, und dabei in rascher Tonfolge Läufer oder große Intervallsprünge erklangen. Im Saal des Herzoglichen Kastens sitzen die Zuschauer ganz nahe am Solisten, wobei auch das Auge genießen kann, mit welcher Konzentration und auch Leidenschaft der Interpret sein Instrument behandelt.
Später überzeugte die Cellistin noch mit dem G-Dur-Konzert des Cello-Komponisten Georg Goltermann, wobei sie die Möglichkeiten aufzeigte, die einem Künstler auf diesem Instrument zur Verfügung stehen. Ebenfalls zwei Auftritte hatte Elena Unterhauser mit ihrer Querflöte. Zunächst überraschte sie mit dem Querflötensolo „Ungarischer Tanz Nr. 2“ von Wilhelm Popp. Ähnlich wie bei Brahms entsteht das Feuer dieser Tänze durch die Wechsel an Tempi, Rhythmen und den Stimmungen. Der Solistin gelang es, dieses Csardasgefühl für kurze Zeit in den Saal zu zaubern.
Ebenfalls mit dem später vorgetragenen „Concerto Pastorale“ von Caspar Diethelm erntete sie im Publikum großartigen Applaus. Als Querflötenmeisterin überzeugte zwischendurch Laura Winbeck, die mit dem „Konzert in G-Dur für Flöte“ von Carl Stanitz ebenfalls die Möglichkeiten einer Flöte meisterlich benutzte und gefühlvoll vortrug. Alle Solisten mit Flöte und Cello begleitete Sylvani Utami sehr gefühlvoll am Flügel, wobei auch ihr unendlich scheinendes technisches Talent immer Bewunderung auslöste.
Bewunderung verdient auch das Geschwisterpaar Kathi und Julia Röhrl. Mit den Stimmungsstücken „Melancholie“ des Spätromantikers Emil Kronke und später mit Saint-Sans „Der Schwan“ verzauberten die Mädels ihr Publikum mit leiseren Tönen. Und die Veranstalterin hatte zuletzt noch eine Überraschung. Die Flötistin Laura Winbeck ist auch eine ausgebildete Sängerin. Mit Adeles Glanzsolo aus Strauss’ Fledermaus brillierte diese Laura wie eine Künstlerin, die gerade bei allerbester Stimmung und Stimme ist. Mit ihrer Freude an diesem Lied riss sie das Publikum mit, das am liebsten mitgelacht hätte.
Das Publikum dankte den Künstlern mit viel Applaus und sammelte 515 Euro, die den SOS-Kinderdörfern übergeben werden. Nz