Wie Neumarkt-St.Veit den Wald bewässert

von Redaktion

Die Stadt Neumarkt-St. Veit bewässert den Wald mit Trinkwasser. Das Bürgernetzwerk Neumarkt-St.Veit wollte wissen, warum. Das ist der Grund für die ungewöhnliche Maßnahme.

Neumarkt-St.Veit – Warum wird mit Trinkwasser der Waldboden gewässert? Das war eine der Fragen, mit der das Rathaus Schloss Adlstein in Neumarkt-St.Veit konfrontiert worden ist. „Handelt es sich um eine Entkeimungsaktion?“, wurde in diesem Zusammenhang gefragt. Es war nach dem Typus des Keims gefragt worden – und danach, welche Grenzwerte mit welchen Werten genau überschritten gewesen seien.

Landwirtschaft
und Wasserqualität

Generell wurde nach dem Prozedere gefragt, um Keime im Trinkwasser zu beseitigen. Die Frage nach dem Wasserverlust bei Säuberungsaktionen und auch die Häufigkeit solcher Säuberungsaktionen wurde hinterfragt. „Liegt die Ursache in der landwirtschaftlichen Nutzung der Böden, zum Beispiel durch das Austragen von Gülle?“ Auch diese Frage stand im Raum.

Die Verwaltung hat nun Stellung zum Fragenkatalog bezogen und in der jüngsten Stadtratssitzung die Antworten präsentiert, „auch wenn die Fragen schon größtenteils in der Bürgerversammlung im November 2023 beantwortet wurden und der Stadtrat als Überwachungsorgan vollinhaltlich über den Ablauf informiert wurde, so haben wir die Fragen zusammengefasst“, informierte Bürgermeister Erwin Baumgartner (UWG) zu Beginn.

Er erklärte, dass im Rahmen eines Turnus von acht bis zwölf Jahren die Pumpen ausgetauscht würden. Dies sei nun auch der Fall beim „Brunnen IV“ gewesen. Durch diese Maßnahme würden Kleinteile und Sedimente aufgewühlt. Vor Anschluss an das Trinkwassernetz werden laut Bürgermeister entsprechende Wasserproben gezogen.

Erst beim Erreichen der zulässigen Werte sei es erlaubt, den Brunnen wieder an das Trinkwassernetz anzuschließen. Es seien regelmäßige Spülungen vorzunehmen gewesen, bevor das Rohwasser wieder ins Wasserwerk geleitet werden konnte.

Regelmäßige Überprüfungen

Dabei würden nach Aussage Baumgartners immer wieder Proben gezogen. Der Ablauf sei mit dem Gesundheitsamt und nach den Vorgaben aus der Trinkwasserverordnung abgestimmt. Sollte ein Eintritt von Oberflächenwasser vorhanden gewesen sein, so wären andere Parameter bei den Untersuchungen nachweisbar gewesen. Anstatt das Wasser in den Kanal zu pumpen, habe man sich dafür entschieden, das Wasser, welches zum Spülen benötigt wurde, in den Waldboden versickern zu lassen – oder es läuft über einen Graben in den nächsten Vorfluter. „Somit wird das Wasser nicht vergeudet, sondern gibt es der Natur zurück.“

Stadtratsmitglied Ulrich Geltinger (SPD) fragte nach, ob es auch zu einer bakteriellen Verunreinigung gekommen sei. Dies verneinte Bürgermeister Erwin Baumgartner. Bei den Proben hätten sich keine Auffälligkeiten ergeben.

Sorge um Schaulustige

„Ich kam mir in der Zeit vor, als wenn ich neben einen plätschernden Bach gewohnt hätte“, so Ludwig Spirkl (SPD). Das Plätschern habe ihm nichts ausgemacht. Er machte jedoch darauf aufmerksam, dass die Bevölkerung über die Maßnahme nichts gewusst habe. Und so sei es nur verständlich, wenn man sich dann Sorgen mache darüber, ob nicht ein größeres Problem vorliegen könnte. Spirkl bat darum, bei einer der nächsten Wartungsarbeiten eventuell die Anwohner vorab zu informieren.

„Grundsätzlich kann man das machen, aber wir müssen die Sicherheit auch beachten“, erwiderte Baumgartner, der auf eventuelle Schaulustige aufmerksam machte und auch Sorgen wegen Vandalismus äußerte. Man einigte sich darauf, im Falle weiterer umfangreicher Wartungsarbeiten, dies über die Internetseite der Stadt Neumarkt-St. Veit mitzuteilen.

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