Schönberg – Noch nie konnte Bürgermeister Alfred Lantenhammer so viele Gemeindebürger zur Bürgerversammlung im Gasthaus Esterl begrüßen wie zu der Bürgerversammlung 2024. Ein besonderer Augenmerk galt den Finanzen. Der Bürgermeister verhehlte nicht, dass die Finanzsituation wegen großer Investitionen derzeit angespannt ist.
Die Nettoverschuldung der Gemeinde betrug zum Jahresende 4,09 Millionen Euro. Doch seien in Schönberg in den vergangenen Jahren viele teure Projekte in Angriff genommen oder fertiggestellt worden. Der Kindergartenanbau ist fertiggestellt. Am neuen Feuerwehrhaus mit acht Wohnungen ist noch die Pflasterung am Vorplatz zu erledigen, dann kann das Objekt eingeweiht werden. Auch das neue Feuerwehrauto ist zum Jahresende in Schönberg eingetroffen. Die Klassenzimmer im Schulhaus wurden mit Akustikdecken ausgestattet.
Flüchtlinge
statt Ausbau
Um die Gemeindekasse nicht über Gebühr zu belasten, wurde der Ausbau des Kramerhauses in fünf Wohneinheiten verschoben. Dieser würde rund 669000 Euro kosten, über die Kommunale Wohnbauförderung wären rund 518000 Euro zu erwarten, sodass für die Gemeinde ein Eigenanteil von rund 151000 Euro verbleiben würde. Man entschied sich im Gemeinderat, das Kramerhaus vorübergehend an den Landkreis Mühldorf für die Unterbringung von Flüchtlingen zu vermieten. Ebenso auf der Warteliste steht die weitere Erschließung der Bondlfeld-Siedlung.
Die derzeit 1113 Einwohner zählende Gemeinde Schönberg wies 2023 ein Haushaltsvolumen von 2,86 Millionen Euro im Verwaltungshaushalt und 3,77 Millionen Euro im Vermögenshaushalt aus. Dem Vermögenshaushalt wurden 2023 noch 235685 Euro zugeführt. Die Einnahmen für die Gemeinde aus der Gewerbesteuer beliefen sich auf 519043 Euro. Weil seine Bürger fleißig sind, so der Bürgermeister, betrug der Anteil an der Einkommensteuer 769113 Euro, die Schlüsselzuweisung betrug 443676 Euro. Die Kreisumlage stieg nicht zuletzt wegen des Krankenhausdefizites auf eine Summe von 662504 Euro.
In seiner Vorschau verwies der Bürgermeister auf den Weiterbau der Fernwärmeversorgung in die Siedlung Schönberg-Lerch und den geplanten Bau eines Heizwerkes im Gewerbegebiet Eschlbach. Heizwart Manfred Reichl-Frommelt wird die Anlagen in Zukunft betreuen. In Sachen „Hackschnitzeleinkauf“ regte Zweiter Bürgermeister Reinhard Winterer an, die benötigten Hackschnitzel nach Möglichkeit von den heimischen Waldbauern zu beziehen. Wer Material liefern kann, möge sich bei ihm melden.
Ein Thema in der Vorschau war der Neubau eines Feuerwehrhauses und Schützenheims in Aspertsham. Wie der Bürgermeister betonte, ist der Neubau nach der Schließung des Gasthauses Lauerer für die Dorfgemeinschaft äußerst wichtig, für ihn habe das Projekt hohe Priorität.
Raum in der Bürgerversammlung nahm auch das Windvorranggebiet Bernloher Holz ein, es wurde auch ein zeitliches Konzept für die mögliche Errichtung und die Finanzierung von Windkraftanlagen vorgestellt. In diesem Zusammenhang ging es auch um ein geplantes Umspannwerk im Bereich südlich von Egglkofen. Der Gemeinderat würde einen Standort in der Nähe des Gewerbegebietes Eschlbach bevorzugen.
Zu der Bürgerversammlung lag ein Bürgerantrag vor. Er regte den Ausbau der Straße aus der Siedlung Lerch über die Kläranlage zum Hartplatz in Schönberg an. Der Ausbau der Straße würde rund 200000 Euro kosten. Leider, so der Bürgermeister, muss der sicher sinnvolle Bürgerantrag mit anderen Straßenbaumaßnahmen auf die Liste der Projekte für die Zukunft eingestellt werden.
Irmgard Loipfinger fragte nach, wie viele Flüchtlinge in Schönberg leben. Der Bürgermeister berichtete von 20 derzeit in Schönberg lebenden Flüchtlingen, im Kramerhaus können 16 Flüchtlinge im Familienverbund untergebracht werden.
Fragen aus dem
Publikum
KS-Vorsitzender Josef Gebler mahnte an, dass die Teilnahme an der Gedenkfeier am Kriegerdenkmal zum Volkstrauertag im weniger werde. Besonders die Jugend möge sich die schlimmen Geschehnisse beider Weltkriege vor Augen führen. Auch die stetig wachsende Rechtsorientierung mancher Bürger mache ihm Sorgen.
Alwin Feichtgruber wollte wissen, wie tief für die Nitratmessstelle in Aspertsham gebohrt wurde. Nach Auskunft des Bürgermeisters waren es 20 Meter.
Stefan Herbrechtsmeier fragte nach, ob oder wann der Hanginger Weiher ausgebaggert werde. Bürgermeister Lantenhammer zeigte auf, dass eine Entschlammung des Hanginger Weihers rund 50000 Euro kosten würde. So muss das Vorhaben auch auf die Wunschliste der Gemeinde Schönberg eingestellt werden. anneliese angermeier