Mühldorf – Es klang dramatisch: Einsturz eines Gebäudes am Stadtplatz Mühldorf mit Verschütteten. Das meldete ein Anrufer gestern gegen 9 Uhr laut Polizei über den Notruf bei der Integrierten Leitstelle (ILS) in Traunstein – und setzte damit einen Großeinsatz in Gang. Feuerwehren aus Mühldorf, Mößling und Töging samt Drehleiter, Kreisbrandinspektion, Technisches Hilfswerk, Rettungsdienst mit Notarzt und die Polizei rückten vor dem oberen Stadtplatz auf Höhe des Hauses mit der Nummer 66 an und sorgten für großes Aufsehen in der Mühldorfer Altstadt.
Doch der vermeintliche Katastropheneinsatz entpuppte sich schnell als weit weniger dramatisch: Das Haus am Mühldorfer Stadtplatz stand noch und verschüttet war auch niemand. Selbst die Augenzeugenberichte stellten sich als übertrieben heraus. Darin war von einer Frau die Rede, die durch ein Glasdach zwischen den Häusern vom dritten in den zweiten Stock gestürzt sei und sich dabei verletzt habe. Das Glasdach sollte nach diesen Berichten einen Lichthof überspannt haben, wie es am Stadtplatz mehrfach üblich ist.
Die Ermittlungen dauerten am Nachmittag des 6. März zwar noch an, für Polizeisprecher Uwe Schindler ist aber klar: „Es war nicht so schlimm.“ Nach den vorläufigen Erkenntnissen der Mühldorfer Polizei wollte ein Mann durch eine zersprungene Glasscheibe steigen und verletzte sich dabei an der Hand und am Oberschenkel. Nähere Angaben konnte Schindler am Tag des Unfalls noch nicht machen, weder zum Alter des verletzten Mannes noch zu den Hintergründen des Unfalls. Auch die Schwere der Verletzung war bis Mittwochabend noch nicht bekannt.
„Eins ist aber sicher“, betonte Mühldorfs Polizeivize auf Anfrage und wies weitere Vermutungen zurück: „Es gab keinen Einsturz eines Hauses oder einer Wand, keine Verschütteten und auch keinen Arbeitsunfall.“ Weitere Erkenntnisse werde es aber erst am nächsten Tag geben. Markus Honervogt