Oberbergkirchen – In der Verwaltungsgemeinschaft Oberbergkirchen, der auch die Gemeinden Lohkirchen, Zangberg und Schönberg angehören, werden derzeit drei von vier Kindertagesstätten erweitert, nur Schönberg ist bereits fertig mit der Erweiterung.
Während in Oberbergkirchen bereits jetzt das Essen täglich frisch gekocht wird, werden in Lohkirchen und Zangberg bisher nur Brotzeiten zubereitet und angeliefertes Mittagessen ausgegeben. Oberbergkirchen schlug daher in der letzten Gemeinderatssitzung eine interkommunale Zusammenarbeit vor.
Im Zuge der Küchenplanung für den neuen Kinderhort in Oberbergkirchen war die Frage aufgekommen, ob man die Küche nicht sofort so gut ausstatten sollte, dass nicht nur die eigene Kita und der neue Hort, sondern auch die Einrichtungen in den anderen beiden Gemeinden der Verwaltungsgemeinschaft beliefert werden könnten.
Der Wunsch nach selbst gekochtem Essen ist in den Gemeinden Lohkirchen und Zangberg auf jeden Fall vorhanden, am liebsten würden sie allerdings im eigenen Haus kochen.
Das Gesundheitsamt schreibt jedoch vor, dass eine Kita-Küche, in der mehr als nur gelegentlich – sprich täglich – gekocht wird, an drei Seiten geschlossen sein muss. Dies ist bisher nur bei den Planungen in Oberbergkirchen gegeben. Wollte Oberbergkirchen auch andere Einrichtungen beliefern, müsste die Küche sogar an vier Seiten geschlossen sein, was jedoch beispielsweise mittels Rollläden relativ einfach umzusetzen wäre. So wäre die direkte Ausgabe aus der Küche in den angrenzenden Speiseraum weiterhin möglich, ebenso wie pädagogische Angebote für die Kinder.
Obwohl die Erweiterungen der Kitas in Lohkirchen und Zangberg theoretisch noch Änderungen in der Planung ihrer Küchen vornehmen könnten, ist dies aus Sicht der Verwaltungsgemeinschaft nicht sinnvoll. Das eigene Kochen ist „alles andere als kostendeckend“ zudem ist zu erwarten, dass sich die Finanzlage aller Gemeinden weiterhin deutlich verschlechtert.
Hinzu kommt ein bereits bestehendes Problem, mit dem alle vier Kitas der Verwaltungsgemeinschaft konfrontiert sind: der Erhalt der Personalkostenzuschüsse. Ohne diese hohen Zuschüsse der öffentlichen Hand wäre ein Betrieb der Kitas kaum möglich. Um diese Personalkostenzuschüsse zu bekommen, müssen ein Anstellungsschlüssel und ein Qualifikationsschlüssel eingehalten werden. Wird der Schlüssel nicht eingehalten, entfällt der Förderanspruch komplett.
Eine Konsequenz, die sich keine Gemeinde erlauben kann. Trotz des in der Regel großzügigen Anstellungsschlüssels zu Beginn des Kindergartenjahres, kann die Einhaltung des Schlüssels problematisch werden. Zum Beispiel durch hohe Krankheitsquoten.
Mit der interkommunalen Zusammenarbeit möchte die Verwaltungsgemeinschaft daher gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen: Mithilfe zusätzlicher Förderungen für diese Zusammenarbeit könnte die Küche in Oberbergkirchen entsprechend ausgestattet werden und die anderen Kits beliefern, die dadurch wiederum Geld bei der Ausstattung sparen können.
Es wäre dann problemlos möglich, dass das Küchenpersonal gemeinsam an einem Standort kocht. Ein zusätzliches Plus stellt die Tatsache dar, dass im Notfall – wenn der Wegfall der Personalkostenzuschüsse aufgrund Unterschreitung der Anstellungsschlüssel droht – Personal aus der einen auch in der Kita der anderen Gemeinde eingesetzt werden könnte.
Oberbergkirchens Geschäftsstellenleiter Georg Obermaier betonte, dass dies keinesfalls die Regel sein solle, da es pädagogisch auch nicht sinnvoll ist. Bürgermeister Michael Hausperger erklärte, dass sich die Gemeinde Zangberg kurz zuvor eher ablehnend diesem Vorschlag gezeigt hatte. Man befürchtete Probleme bei der ohnehin schon schwierigen Personalsuche, wenn der Einsatz theoretisch in mehreren Gemeinden möglich ist.
Diesen Bedenken schloss sich auch Gemeinderätin Manuela Brenninger an, die auch Mitarbeiterin im Haus der Kinder in Oberbergkirchen ist. Obermaier erklärte, der Personalaustausch wäre im Vergleich zum Wegfall der Förderungen das mildere Mittel.
Der Gemeinderat stimmte dem Vorschlag zur interkommunalen Zusammenarbeit mit einer Gegenstimme zu. Die Entscheidung von Lohkirchen lag zum Zeitpunkt der Sitzung noch nicht vor. Anschließend stimmten die Gemeinderäte dafür, die Küchenplanung in Oberbergkirchen um die Rollläden zu ergänzen, die die vierte Seite der Küche abschließen. ai