Hinter den Kulissen der Proben

von Redaktion

Theatergruppe Grünthal steckt mitten in den Vorbereitungen für „Gleisgeisterei“

Kraiburg – Ein hübscher kleiner Bahnhof mit einem Kiosk und Bahnsteig, an dem sich unterschiedlichste Menschen begegnen. Landstreicher, einsame Senioren, verliebte Paare oder irgendwelche ominösen Gestalten – in Einharting trifft man sie garantiert. Zumindest am Bahnhof des Theaters Grünthal auf der Bühne im Gasthaus Mittermaier.

Dafür haben die Theaterer den Saal in das fiktive Örtchen Niederhinterbergkirchentalhausen verwandelt. Bereits seit etlichen Jahren begeistern sie ihr Publikum mit herrlichen Komödien in typisch bayerischer Mundart. Spaß und Unterhaltung verspricht auch ihre neueste Inszenierung „Gleisgeisterei“, die am Sonntag, 31. März, ihre Premiere feiert.

Auftritte wie
mit der Achterbahn

Bis sie mit ihren Proben auf der Bühne in Einharting beginnen konnten, waren die Schauspieler in ihrem Vereinsheim im Gebäude der Feuerwehr in Ullading mit den Vorbereitungen beschäftigt. Den Raum teilen sie sich mit den Hufeisenwerfern Grünthal. Sobald Fasching vorbei ist, steht dann bis etwa Mitte April alles im Zeichen des Theaters.

Je näher die Premiere rückt, desto mehr wächst die Anspannung. Schließlich muss alles einwandfrei funktionieren – und das nicht nur auf, sondern auch hinter und vor der Bühne. Anja Wagenbauer und Anita Krägeloh sind für die Maske zuständig. Sie verwandeln die Darsteller in völlig andere Personen. So wird zum Beispiel aus Lena Voit eine verschmutzte Landstreicherin, aus der jungen Anna Mittermair eine alte Dame und aus Andreas Seidl ein mysteriöser Casanova.

Vitus Seidl, Thomas Karl und Jonas Forster sind für die Technik zuständig und sorgen unter anderem für die richtige Einstellung des Bühnenlichts und Sounds. „In dem Stück gibt es immer wieder Zeitsprünge. Da war uns wichtig, dass man das nicht nur akustisch durch einen Gong hört, sondern auch optisch sieht“, erklärte die Regisseurin Brigitte Wastlhuber.

Für das Bühnenbild sind Helmut Hell, Richard Wagner, Maria Reiter, Matthias Kinzner und Martin Dachsberger zuständig. Einige von ihnen standen früher selbst auf der Bühne. „Wir haben hier wirklich kreative Köpfe und echte Talente in unserer Gruppe“, sagt Lena Voit, die im Stück die „Schranken-Susi“ spielt. Viele Bühnenbilder werden nach Ende der Vorstellung wieder überpinselt. Ein neues Bühnenstück heißt auch ein neues Bühnenbild. Was die Theatergruppe auszeichnet, ist der enorme Zusammenhalt auch innerhalb des Ortes und der Nachbarvereine. Die meisten Mitglieder sind auch in anderen Vereinen aktiv. Bei den Aufführungen kommen auch andere Theatergruppen aus der Region. Umgekehrt besuchen auch sie die anderen Gruppen bei ihren Vorstellungen.

Während der Proben sitzt die Regisseurin auf ihrem Stuhl vor der Bühne und gibt den Darstellern klare Anweisungen. „Hier muss mehr Bewegung rein“, ruft sie in einer Szene zu. In einer anderen: „Das muss euphorischer klingen.“ Wastlhuber ist eine Perfektionistin, doch gerade das ist das Erfolgsgeheimnis des Theaters in Grünthal. Auch der Text muss in Fleisch und Blut übergehen. Gibt es doch einmal einen Hänger, hilft Souffleuse Hannah Schamoni.

Und wie sieht es mit Lampenfieber aus? „Für mich fühlt sich das immer an wie Achterbahnfahren. Du fährst auf. Das ist der Moment, wo du vor der Tür stehst, bevor du die Bühne betrittst. Du denkst ‚Oh mei, was mach ich nur? Ich will sofort wieder aussteigen.‘ Aber du kannst ja aus der Achterbahn nicht aussteigen. Da musst du durch. Dann betrittst du die Bühne und das ist der Moment, wo du ganz oben stehst. Sobald du den ersten Satz sagst, geht es rasant nach unten und dir wird klar: ‚Genau für das mach ich das‘“, sagt Voit und spricht damit ihrer Theater-Familie aus dem Herzen.kme

Spieltage der Theatergruppe

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